"Jugendliche sind am schwersten zu erreichen": Bellut hegt Bedenken gegen Jugendkanal

 

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat Zweifel an dem von der ARD vorgeschlagenen gemeinsamen Jugendkanal geäußert: "Wenn ein spezielles Angebot für junge Menschen einen messbaren und nachhaltigen Effekt haben soll, dann muss dafür erst einmal ein gut durchdachtes Konzept erarbeitet werden", so Bellut gegenüber dem Fernsehrat.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat Zweifel an dem von der ARD vorgeschlagenen gemeinsamen Jugendkanal geäußert: "Wenn ein spezielles Angebot für junge Menschen einen messbaren und nachhaltigen Effekt haben soll, dann muss dafür erst einmal ein gut durchdachtes Konzept erarbeitet werden", so Bellut gegenüber dem Fernsehrat. "Außerdem muss ein neues Angebot dieser Dimension von den Bundesländern gesetzlich beauftragt und von der KEF mit seinem Personal- und Finanzbedarf anerkannt sein." 

Abgesehen von diesen Hürden trage er zwar die Idee der Kollegen mit, dennoch sei die Umsetzung mit Schwierigkeiten verbunden, die die ARD offenkundig nicht bedacht habe. Die Intendanten der ARD hatten auf ihrer Konferenz in der vergangenen Woche grünes Licht für die Gründung eines gemeinsamen Jugendkanals gegeben. Die Überlegung ist, aus EinsPlus und einem ZDF-Digitalkanal einen neuen gemeinsamen ARD-/ZDF-Jugendkanal zu machen. Dieser soll dann gezielt 14- bis 29-Jährige ansprechen (kress.de vom 28. November 2012).

"Es reicht bei weitem nicht, bestehende Einzelangebote zusammenzulegen", so Bellut. "Jugendliche sind das am schwersten erreichbare Publikum, weil diese Altersgruppe in sich sehr heterogen ist und Medien sehr differenziert nutzt." Er werde nicht leichtfertig ein Programm anstoßen, das den eingeschlagenen Konsolidierungskurs des ZDF in Frage stellt. Wie "kress.de" bereits am Mittwoch berichtete, muss das ZDF in den kommenden Jahren bis zu 400 Stellen streichen, um die KEF-Vorgaben zu erfüllen. Damit verbunden sind auch Einsparungen bei den Formaten (kress.de vom 5. Dezember 2012). 

Negatives Betriebsergebnis von 9,3 Mio Euro erwartet

Im von Bellut vorgestellten Haushaltsplan für das kommende Jahr sind rückläufige Einnahmen in Höhe von 2.010 Mio Euro vermerkt. Ursache hierfür seien geringere Umsätze bei der Werbung wegen fehlender Sportgroßereignisse und die neue gesetzliche Beschränkung für das Sponsoring. Demnach wird ein negatives Betriebsergebnis von 9,3 Mio Euro erwartet, das gemäß einer Einsparauflage des Verwaltungsrates ausgeglichen werden soll.

Eine Ursache dieser Entwicklung sei die Einführung des neuen Rundfunkbeitrages ohne Anpassung der Höhe, so Bellut. " Diese Stabilität führt bei gleichzeitig steigenden Kosten faktisch zu einem Absenken der Leistungsfähigkeit. Wir fangen das durch umfangreiche Sparmaßnahmen im Gesamtunternehmen auf." Dennoch kann sich das ZDF nicht beklagen: Im Budget sind 515 Mio. Euro für deutsche Produktionen vorgesehen. 2013 sollen rund 170 Mio Euro im Bereich Kulturfernsehen investiert werden.

Ihre Kommentare
Kopf
Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

07.12.2012
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"rückläufige Einnahmen in Höhe von 2.010 Mio Euro"?
Das wären ja 2 Milliarden! Oder sollte da ein Komma statt eines Punkts stehen?


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