Bezahlmodell startet am 12. Dezember: "Welt.de" nach 20 Artikeln kostenpflichtig

 

Vom 12. Dezember an werden "Welt"-Leser, die pro Monat mehr als 20 Artikel auf "Welt.de" angeklickt haben, keine weiteren Inhalte, sondern die Mitteilung zu lesen bekommen: "Danke, dass Sie sich immer wieder für 'Die Welt' entschieden haben" - eine höfliche Aufforderung, eines von drei neuen Digital-Abos abzuschließen. Die Preise liegen zwischen 6,99 Euro und 14,99 Euro im Monat.

Vom 12. Dezember an werden "Welt"-Leser, die pro Monat mehr als 20 Artikel auf "Welt.de" angeklickt haben, keine weiteren Inhalte, sondern die Mitteilung zu lesen bekommen: "Danke, dass Sie sich immer wieder für 'Die Welt' entschieden haben" - eine höfliche Aufforderung, eines von drei neuen Digital-Abos abzuschließen.

6,99 Euro müssen Abonnenten des Basis-Pakets künftig im Monat hinblättern, um "Welt.de" und die Smartphone-App des Titels nutzen zu können. Soll auch in der Tablet-App geblättert werden, fallen für die Komplett-Lösung jeden Monat 12,99 Euro an (diese Summe kostet die Tablet-App bereits jetzt). Das Abo "Die Welt Digital Plus" gibt es schließlich für 14,99 Euro im Monat. Dann ist auch noch die gedruckte "Welt am Sonntag" dabei. Alle neuen Abo-Modelle können einen Monat lang für je 99 Cent getestet werden. Die Preisgestaltung hat Springer anhand von Konsumentenbefragungen vorgenommen.

Neue "Wertigkeit und Währung" für journalistische Inhalte schaffen

Für den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, geht es nicht allein um die Durchsetzung eines Abo-Modells. Vielmehr müsse eine neue "Wertigkeit und Währung" für journalistische Inhalte kreiert und "die Zeitung vom Papier emanzipiert" werden. Dazu werde es Jahre brauchen. Das schreckt Döpfner offenbar nicht. "Um Qualitätsjournalismus als Geschäftsmodell zu erhalten, werden wir alles tun", sagte er auf einer Präsentation in Berlin.

Dafür nimmt man bei Springer sogar Verluste bei der Reichweite in Kauf. Im November kam "Welt.de" laut IVW auf 47,67 Mio Visits und 214,08 Page Impressions. Stattdessen baue man eine andere, qualitative Reichweite auf, betont Jan Bayer, Vorstand der "Welt"-Gruppe. Abgesehen davon könne er auch im kommenden Jahr die den Kunden versprochenen monatlichen 1 Mio Ad Impressions auf "Welt.de" garantiert, so Bayer.

Von der "New York Times" inspiriert

Wie von Döpfner bereits vor einem Monat angekündigt, stand das nutzungsabhängige Online-Bezahlmodell der "New York Times", das sogenannte "Metered Model", Pate für die Springer'sche Paywall (kress.de vom 14. November 2012). Es passe besser zu einem überregionalen Qualitätsmedium wie der "Welt" als beispielsweise das "Freemium"-Modell, das Regionalzeitungen wie das "Hamburger Abendblatt" für Artikel mit exklusivem, lokalem Inhalt ausprobierten, sagte Bayer. Das Ziel sei es, nach Werbeerlösen nun auch Vertriebserlöse digital zu generieren. Laut Bayer würden erste Zahlen dazu frühestens in sechs Monaten vorliegen.

Die "Welt"-Startseite wird auch nach dem Klick auf den 21. Artikel innerhalb eines Monats frei nutzbar sein. Links, die von Suchmaschinen, Sozialen Netzwerken oder anderen Seiten auf das Angebot von "Welt.de" verlinken, bleiben ebenfalls kostenfrei. Romanus Otte, General Manager Digital "Welt"-Gruppe, begründet diese Entscheidung mit einem Vergleich: "Wenn wir uns von Suchmaschinen verabschieden würden, dann wäre das so, als würden wir unsere Printausgaben nicht mehr am Kiosk auslegen." Für Abonnenten der "Welt" bleiben alle digitalen Inhalte weiterhin kostenlos.

Inhalte bleiben auch hinter der Bezahlschranke unverändert

Am redaktionellen Angebot soll sich hinter der Bezahlschranke nichts ändern. "Wir müssen keine neuen Gagets bieten, damit unsere Inhalte es wert sind, bezahlt zu werden", sagte Jan-Eric Peters, "Welt"-Chefredakteur. Allerdings soll die Kommunikation mit den Nutzern verstärkt werden. Künftig wird ein Redakteur ein Mal am Tag für eine Stunde mit den Nutzern zum Thema des Tages chatten. Los geht es am 11. Dezember. Peters selbst übernimmt die erste Schicht.

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