Goldmedia-Gastbeitrag zur mobilen Datenlast: Public WIFI und Data Offloading kommen

14.12.2012
 
 

Immer schneller wachsen die Datenmengen, die per Smartphones und Tablets abgerufen werden. Das Datenvolumen über mobile Netze wird 2016 im Vergleich zu 2011 (mindestens) um das 18-Fache angestiegen sein. Nur der Netzausbau kommt kaum hinterher. Alle Mobilfunk­masten mit Glasfaserkabeln anzuschließen dürfte zu teuer werden. Doch was lässt sich als Mobilfunkprovider tun, wenn man nicht in Zukunft zahlende Kunden mit Netzüberlast verärgern will?

Immer schneller wachsen die Datenmengen, die per Smartphones und Tablets abgerufen werden. Das Datenvolumen über mobile Netze wird 2016 im Vergleich zu 2011 (mindestens) um das 18-Fache angestiegen sein. Nur der Netzausbau kommt kaum hinterher. Alle Mobilfunk­masten mit Glasfaserkabeln anzuschließen dürfte zu teuer werden. Doch was lässt sich als Mobilfunkprovider tun, wenn man nicht in Zukunft zahlende Kunden mit Netzüberlast verärgern will?

Data Offloading heißt das Stichwort. Die (Mobilfunk-)Netzlast wird bei Bedarf verlagert auf andere Infrastrukturen. Das Mobilfunknetz könnte so deutlich entlastet werden und die Nutzer ungehindert und unabhängig von den Kapazitäten der Mobilanbieter Daten aus dem Internet beziehen.

Entlastung des Mobilfunknetzes ist das Ziel

Vor allem WLAN-Netze scheinen für das Thema Offloading interessant: Entweder per Aggregation privater Anschlüsse oder über professionelle WLAN-Infrastrukturen. Beispiele für beide Varianten gibt es bereits:

Wenn private WLAN-Kunden bereit sind, einen geringen Teil der Bandbreite ihres Internetanschlusses mit anderen registrierten Mitgliedern zu teilen, entsteht eine "WLAN Community" für alle. Problem bei diesem System ist, dass eine kritische Menge an Routern des gleichen Netzbetreibers in einer Region vorhanden sein muss, damit das Netz durchgängig genutzt werden kann.

Die spanische Fon-Initiative wird dafür immer wieder genannt, aber es gibt noch andere Beispiele: In Frankreich dominiert Free mit mehr als drei Mio. Breitbandkunden den IPTV-Markt. In den IPTV-Boxen ist ein zweiter Router integriert, der allen anderen Free-Kunden zur Verfügung steht, so dass sich in Paris zum Teil schon flächendeckende WLAN-Strukturen ergeben.

Auch in Aachen bietet der örtliche WLAN-Anbieter ÖcherNetz seinen 3.000 Kunden Router, die nach dem gleichen Prinzip wie bei Free funktionieren und laut eigenen Angaben das "dichteste WLAN-Netz Europas" bilden.

Der andere Ansatz, professionell betriebene WLAN-Netze zu nutzen, forciert beispielsweise die KDG in Berlin in einem Pilotprojekt. Hier werden auf den Kabelverteilerschränken Router montiert, die den öffentlichen Raum per WLAN mit einem Internetzugang versorgen. "Mittelfristig", so die KDG, "ließe sich auf Basis solcher Hotspots in Kombination mit Mobilfunk-Angeboten eine Komplettversorgung für mobiles Internet realisieren."

Bei allen Vorteilen, die die Outsourcing-Netze mitbringen, reagieren dennoch viele Betreiber zögerlich. Grund dafür ist die sogenannte "Störerhaftung". Sie verpflichtet Anbieter eines WLAN-Hotspots zur Haftung für ungenehmigte Handlungen Dritter auf ihrem Netz. Ganz so, als ob eine Stadt dafür zur Rechenschaft gezogen würde, weil Bankräuber asphaltierte Straßen zur Flucht nutzen konnten. Glücklicherweise sind die Bundesländer dabei zu reagieren. Eine Bundesratsinitiative zur Abschaffung der Störerhaftung lief Ende 2011. Bis allerdings alle bürokratischen Hürden genommen werden, wird es wohl noch eine Weile dauern. Doch die entsprechenden Datenberge werden schneller wachsen. Data Offloading wird deshalb ein wichtiges Thema in 2013.

Klaus Goldhammer, Johanna Tietz Goldmedia GmbH Strategy Consulting

 

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