Bewertung liegt bei 1,325 Mrd Euro: ProSiebenSat.1 verkauft Nordeuropa-Geschäft an Discovery

14.12.2012
 

Die ProSiebenSat.1 Group verkauft ihre Geschäftsaktivitäten in Nordeuropa im Bereich Fernsehen und Radio an Discovery Communications. Man wolle sich künftig auf die Segmente deutschsprachiges TV sowie digitale und angrenzende Geschäfte konzentrieren und die "Transformation in ein digitales Entertainment-Powerhouse" beschleunigen, heißt es aus Unterföhring.

Die ProSiebenSat.1 Group verkauft ihre Geschäftsaktivitäten in Nordeuropa im Bereich Fernsehen und Radio an Discovery Communications. Man wolle sich künftig auf die Segmente deutschsprachiges TV sowie digitale und angrenzende Geschäfte konzentrieren und die "Transformation in ein digitales Entertainment-Powerhouse" beschleunigen, heißt es aus Unterföhring.

Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert des Nordeuropa-Geschäfts von 1,325 Mrd Euro zu Grunde. Das veräußerte Portfolio umfasst alle Fernseh- und Radio-Aktivitäten in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. Der Produktionsbereich der ProSiebenSat.1 Group in Nordeuropa (Red Arrow Entertainment Group) ist nicht Teil der Transaktion. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und wird für das erste Quartal 2013 erwartet.

Das recurring 12-Monats-EBITDA des Nordeuropa-Geschäfts, das in Folge des Verkaufs künftig nicht mehr konsolidiert wird, beträgt insgesamt 134,4 Mio Euro (Stichtag 30. September 2012).

Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG: "Mit Discovery Communications ist ein echter Global Player neuer strategischer Eigner unserer nordeuropäischen Beteiligungen. Das freut mich sehr. Bei allen unseren Kollegen im Norden, vor allem aber bei unserem dortigen CEO Henrik Ravn, bedanke ich mich sehr herzlich für die herausragende Leistung der vergangenen Jahre. Ich wünsche den Kollegen viel Erfolg in der Discovery-Familie." Durch die Realisierung eines attraktiven Preises habe man einen deutlichen Mehrwert für alle Aktionäre geschaffen.

Im Digital-Geschäft auch mit Zukäufen schneller wachsen

Ebeling setzt künftig vor allem auf den Bereich "Digital & Adjacent", der deutlich schneller wachsen werde: "organisch und durch attraktive Akquisitionen zu vernünftigen Preisen". Hierbei konzentriere man sich vor allem auf Unternehmen, die das P7S1-Portfolio ergänzen würden und "denen wir mit unserer Medialeistung aus dem Konzernverbund kritische Masse verschaffen können".

Rückführung von Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 500 Mio Euro

ProSiebenSat.1 beabsichtigt, den Erlös in Höhe eines Teilbetrags von 500 Mio Euro zur vorzeitigen Teil-Rückführung endfälliger Darlehensverbindlichkeiten unter dem Konsortialkreditvertrag der ProSiebenSat.1 Group und im Übrigen für Investitionen in den laufenden Geschäftsbetrieb zu verwenden. Der operative Cashflow steht dementsprechend in größerem Umfang für andere Zwecke zur Verfügung. Hierdurch erhöht sich der Spielraum der Gesellschaft für Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre.

Erhöhte Dividende im Jahr 2013 geplant

In Abstimmung mit der Mehrheitsaktionärin, Lavena, einer von Investmentfonds von KKR und Permira gemeinsam kontrollierten Beteiligungsgesellschaft, beabsichtigt ProSiebenSat.1, der kommenden Hauptversammlung bei erfolgreichem Vollzug der Transaktion und sofern die weitere Geschäftsentwicklung innerhalb der Erwartungen verläuft, eine Dividendenausschüttung in der Größenordnung von insgesamt 1,2 Mrd Euro (ca. 5,60 Euro je Aktie) vorzuschlagen. Im Jahr 2012 hat die Gesellschaft an ihre Aktionäre Dividenden in Höhe von insgesamt rund 245 Mio Euro (1,17 Euro je Vorzugsaktie und 1,15 Euro je Stammaktie) ausgeschüttet.

Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien

Außerdem beabsichtigt die Gesellschaft, der kommenden Hauptversammlung eine Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien vorzuschlagen. Im Rahmen dieser Umwandlung, die ohne Erfordernis einer Zuzahlung seitens der Vorzugsaktionäre durchgeführt werden soll, würden sämtliche Stammaktien zum Börsenhandel zugelassen. Die Mehrheitsaktionärin hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, diese Maßnahme im Falle des erfolgreichen Vollzugs der Transaktion zu unterstützen. Die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien bedarf neben der Zustimmung der Hauptversammlung, in der die Mehrheitsaktionärin über die erforderliche Stimmenmehrheit verfügt, auch eines mit einer qualifizierten Mehrheit von 75% der Stimmen zu fassenden Zustimmungsbeschlusses der Vorzugsaktionäre.

Hintergrund: Der aktuelle "Spiegel" berichtet, dass Ebeling den Verkauf seiner Sender in Skandinavien nutzen könnte, um seine Haupteigentümer KKR und Permira zum Ausstieg zu bewegen (kress.de vom 10. Dezember 2012).

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