Siebenstelliger Betrag als neues Eigenkapital: Gruppe um Ex-N24-Chef Ende will dapd übernehmen

15.12.2012
 

Ex-N24-Chef Ulrich Ende will mit weiteren Investoren den Betrieb der insolventen Gesellschaften der Nachrichtenagenturgruppe dapd übernehmen. In der nächsten Woche soll die Gruppe einen siebenstelligen Betrag als neues Eigenkapital zur Verfügung stellen. Dies teilte der Insolvenzverwalter der dapd nachrichtenagentur GmbH, der Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma, am Freitagabend mit.

Ex-N24-Chef Ulrich Ende will mit weiteren Investoren den Betrieb der insolventen Gesellschaften der Nachrichtenagenturgruppe dapd übernehmen. In der nächsten Woche soll die Gruppe einen siebenstelligen Betrag als neues Eigenkapital zur Verfügung stellen. Dies teilte der Insolvenzverwalter der dapd nachrichtenagentur GmbH, der Berliner Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma von der Kanzlei Leonhardt, am Freitagabend mit.

Man habe die Verhandlungen mit Ulrich Ende in den Grundzügen erfolgreich abschließen können. Auf einer Betriebsversammlung seien die Mitarbeiter von dapd über die Verhandlungen informiert worden. Für Köhler-Ma ist wichtig, dass mit Ulrich Ende ein Nachrichtenprofi gewonnen wurde und "nicht einfach branchenfremde Finanzinvestoren". "Für Mitarbeiter und Kunden der dapd sind das gute Nachrichten zum 3. Advent."

Ende war Chefredakteur beim Nachrichtenkanal n-tv, später wirkte er als Geschäftsführer von N24. 2010 versuchte Ende dann, seinen früheren Sender N24 zu kaufen - für die bisherigen dapd-Gesellschafter Peter Löw und Martin Vorderwülbecke

"Die Vereinbarung mit Ulrich Ende bietet gute Chancen für den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei der Nachrichtenagenturgruppe. Voraussichtlich sind keine größeren Personalanpassungen über die bereits ausgesprochenen Kündigungen hinaus nötig", so Köhler-Ma. In den nächsten Wochen will er die die Vereinbarung mit Ende dann konkret umsetzen.

Auch auf den Fakt, dass die Zusammenarbeit zwischen dapd und der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Ende Januar endet, ging Köhler-Ma ein: Dadurch sei die "vollständige und vertragsgemäße Belieferung der Kunden mit Auslandsnachrichten" sichergestellt. Ab nächster Woche wolle Ulrich Ende dann Gespräche mit den dapd-Kunden über die neuen Angebote führen. Der Vergleich mit AP würde den Investoren damit genügend Zeit geben, neue Verträge mit den dapd-Kunden abzuschließen, so Insolvenzverwalter Köhler-Ma.

Köhler-Ma ist auch Sachwalter der übrigen sieben Gesellschaften der dapd-Nachrichtenagenturgruppe, über die das Amtsgericht Berlin am 1. Dezember das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet hatte. 

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