Investor Ulrich Ende über dapd: "Auf wirtschaftlich unsinnige Weise aufgebläht"

18.12.2012
 

Im "Tagesspiegel" hat sich dapd-Investor Ulrich Ende, 60, über die Fehler der Vergangenheit und die Zukunft der Nachrichtenagentur geäußert. Die dapd sei in den vergangenen zwei Jahren auf eine wirtschaftlich unsinnige Weise aufgebläht worden. "Aber dass es mit der dpa quasi eine genossenschaftliche, allumfassende erste Kraft gibt und sich dahinter alle anzustellen haben, das kann doch auch nicht sein , was der deutsche Journalismus will",

In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hat sich dapd-Investor Ulrich Ende, 60, über die Fehler der Vergangenheit und die Zukunft der Nachrichtenagentur geäußert. "Die dapd ist in den vergangenen zwei Jahren auf eine wirtschaftlich unsinnige Weise aufgebläht worden. Von 130 auf 300", wird Ende deutlich. Einen zweiten Sportdienst hätte beispielsweise niemand gebraucht, "weil es nun mal nur eine Sichtweise auf das geschossene Tor gibt". 

"Aber" - so Ende weiter - "dass es mit der dpa quasi eine genossenschaftliche, allumfassende erste Kraft gibt und sich dahinter alle anzustellen haben, das kann doch auch nicht sein , was der deutsche Journalismus will, was dem gesellschaftlichen Pluralismus gut tut."

Ende will zusammen mit fünf anderen Investoren zwei Millionen Euro in die dapd stecken. Nach der Restrukturierung würde die Agentur jetzt plus minus null da stehen, sagte Ende dem "Tagesspiegel". Das sei eine gute Basis, um die dapd schnell wieder auf solide Bein zu stellen. Seit Freitag, als bekannt wurde, dass Ende die dapd übernimmt, habe er mehrere Kooperations- und Investitionsangebote bekommen, verrät der ehemalige Geschäftsführer von N24. Das mache ihn sehr zuversichtlich.

"Mich reizt die journalistische Herausforderung"

98 Mitarbeiter haben bei der dapd im Zuge der Sanierung ihren Arbeitsplatz verloren. Um jeden weiteren will Ende "leidenschaftlich kämpfen". Er selbst sieht sich als Journalist, ihn reize die "journalistische Herausforderung, mit der dapd eine zweite große Nachrichtenagentur neben der dpa im deutschen Markt erfolgreich zu machen".

Dem aktuellen "Spiegel" sagte Ende, dass die dapd künftig an ihrer "journalistischen Eigenständigkeit" arbeiten müsse. Dazu gehörten auch mehr selbstrecherchierte Nachrichten. Auch eine Umbennung der Agentur schloss Ende nicht aus (kress.de vom 16. Dezember 2012).

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