"Werden Kapazitäten nicht gratis hergeben": Unitymedia verklagt ARD und ZDF

20.12.2012
 

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia geht auf Konfrontationskurs zu den öffentlich-rechtlichen Sendern: "Wir werden Klagen gegen ARD und ZDF einreichen, um klarzustellen, dass die Anstalten verpflichtet sind, weiterhin ihre Einspeiseentgelte zu zahlen", sagte Unitymedia-Boss Lutz Schüler dem "Handelsblatt".

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia geht auf Konfrontationskurs zu den öffentlich-rechtlichen Sendern: "Wir werden Klagen gegen ARD und ZDF einreichen, um klarzustellen, dass die Anstalten verpflichtet sind, weiterhin ihre Einspeiseentgelte zu zahlen", sagte Unitymedia-Boss Lutz Schüler dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Unitymedia werde die Kapazitäten zur Weiterverbreitung von Fernsehprogrammen nicht gratis hergeben - "weder an ARD und ZDF noch an Privatsender", so Schüler.

Unitymedia folgt mit der Klage dem Rivalen Kabel Deutschland (kress.de vom 30. Juni 2012). Hintergrund des Streits: ARD und ZDF hatten Ende Juni die Verträge zur Verbreitung ihrer Programme durch Unitymedia und Kabel Deutschland (KDG) fristgerecht zum Jahresende gekündigt (kress.de vom 26. Juni 2012). Die Öffentlich-Rechtlichen fühlen sich auf der sicheren Seite, weil die Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet sind, viele der ARD/ZDF-Kanäle zu übertragen. Das Einsparpotential soll im zweistelligen Mio-Bereich liegen..

Die KDG bekräftigte nun gegenüber dem "Handelsblatt", dass man das Leistungsspektrum überprüfen müsse (kress.de vom 12. November 2012). Das könnte bedeuten, dass ARD und ZDF ab 1. Januar von der KDG weniger Bandbreite bekommen und damit womöglich nicht mehr in HD zu sehen sind. Bei der ARD heißt es, dass der Ball jetzt eindeutig bei KDG und Unitymedia liege. Ein Sprecher des ZDF machte im "Handelsblatt" klar, dass für die Kabelweiterleitung keine Gebühren mehr zu zahlen seien. "Wir sehen mit großer Sympathie alle Bemühungen, die Inhalteanbieter zu stärken", ließ Jürgen Doetz vom Privatsenderverband VPRT verlauten. KDG-Boss Adrian von Hammerstein sagte jüngst im "Handelsblatt, dass man sofern erforderlich "bis vor den Bundesgerichtshof" gehen werde. 

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