dapd hat "SpOn" & Co. nach den Trends gefragt: News-Sites werden mobiler, sozialer & bleiben kostenlos

 

Mobiler, multimedialer und kostenlos: Die führenden deutschen Online-Nachrichtenportale wollen im kommenden Jahr möglichst viele Geräten bespielen. Der Zugriff bleibe kostenlos - abgesehen von einigen Premium-Leistungen. Das hat eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd unter Redaktionsleitern und Chefredakteuren ergeben.

Mobiler, multimedialer und kostenlos: Die führenden deutschen Online-Nachrichtenportale wollen im kommenden Jahr möglichst viele Geräten bespielen. Der Zugriff bleibe kostenlos - abgesehen von einigen Premium-Leistungen. Das hat eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd unter Redaktionsleitern und Chefredakteuren ergeben.

Die Onliner blicken v.a. gespannt auf den Herbst: Zur Bundestagswahl bereiten sie laut dapd aufwendige Daten- oder multimediale Grafikprojekte. "Die Bundestagswahl 2013 wird sicherlich die erste richtige Internetwahl in Deutschland", sagt "Spiegel Online"-Chefredakteur Rüdiger Ditz.

Fokus auf Twitter

Außerdem schauen die Chefs auf soziale Netzwerke, und dabei besonders auf den Kurznachrichtendienst Twitter. "Handelsblatt Online"-Chef Oliver Stock will mehr Personal einsetzen, um die Kanäle zu bedienen, auch wenn seiner Meinung nach "zu oft gequatscht und gezwitschert, anstatt diskutiert" wird. "Süddeutsche.de"-Chefredakteur Stefan Plöchinger sieht Twitter und Facebook auch als Mittel der Kundenbindung: "Wir kommen unseren Lesern dank der Netzwerke so nahe wie nie zuvor."

Die "tagesschau.de"-Journalisten nutzen die sozialen Netzwerke laut Umfrage als Frühwarnsystem. Für den Wahlabend plane Redaktionsleiter Andreas Hummelmeier die Livebilder der ARD, Stimmen aus den Netzwerken und Live-Grafiken zusammenzutragen. Auch "Spiegel Online" will laut dapd verknüpfen und Daten visualisieren, bloggen und tickern. Die Redaktion wolle "etliche multimediale Anwendungen anbieten, die auf allen neueren Endgeräten laufen werden", sagt Chefredakteur Ditz.

Grundversorgung kostenlos, aber bezahlte Zusatzinhalte

Apropo "etliche multimedliale Anwendungen": Die Nachrichtenportale wollen sich auf möglichst vielen Geräten breitmachen - egal ob auf Smartphones, Tablets oder internetfähigen Fernsehern. "Wir wollen unsere Leser überall begleiten: bei der Arbeit, im Wartesaal, im Flugzeug, im Urlaub - von mir aus auch im Bett", sagt "Handelsblatt Online"-Chef Stock. Auch Frank Thomsen will "'stern' auf allen Kanälen." Das digitale Schaufenster des Hamburger Magazins soll für Leser kostenlos bleiben, aber Thomsen setze auch auf zahlungsfreudige Kundschaft, die etwas mehr will als nur die Grundversorgung.

"Spiegel Online" sieht es ähnlich: Der Zugriff auf die Homepage soll kostenlos bleiben. Allerdings werde es bald Inhalte geben, für die bezahlt werden muss. Oliver Eckert, Geschäftsführer von Tomorrow Focus, siehe Erlösquellen für "Focus Online" besonders bei Berichten über die Themen Finanzen und Gesundheit.

Nonstop News

Das Düsseldorfer "Handelsblatt" will laut Stock ein Informationsportal für die Elite hochziehen. Intern trage es den Namen "KdW" - "Kaufhaus der Weltwirtschaft". Außerdem wurde gerade erst bekannt, dass "Handelsblatt Online" ab Januar einen Newsroom in New York bezieht um rund um die Uhr Nachrichten liefern zu können (kress.de vom 20. Dezember 2012).

Außerdem würden die Online-Chefs bei den mobilen Angeboten Profite wittern. Denn insbesondere die Tablet-Computer seien ein Markt, bei dem "bestimmt noch viel Luft nach oben" sei, wie Tilman Aretz von "n-tv.de" meint.

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