TV-Quoten an den Weihnachtsfeiertagen: "Traumschiff" schippert dem "Tatort" davon

 

Es war ein Duell aus verkitschtem Palmen-Eskapismus und Frankfurter Suff-Trostlosigkeit - und das ZDF machte das Rennen, wenn auch sehr knapp. 7,29 Mio Gesamtzuschauer hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag die traditionelle "Traumschiff"-Reise gebucht. 50.000 weniger gaben dem ARD-"Tatort: Im Namen des Vaters" den Vorzug.

Es war ein Duell aus verkitschtem Palmen-Eskapismus und Frankfurter Suff-Trostlosigkeit - und das ZDF machte das Rennen, wenn auch sehr knapp. 7,29 Mio Gesamtzuschauer hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag die traditionelle "Traumschiff"-Reise gebucht. 50.000 weniger gaben dem ARD-"Tatort: Im Namen des Vaters" den Vorzug. 

Der vorletzte HR-Fall mit der großartigen Nina Kunzendorf bot eher altbackene Dramatik, dafür aber eine willkommene Ernüchterung nach der Gefühligkeit der Festtage. Die rauhe Mischung kam bei 2,12 Mio 14- bis 49-Jährigen (Marktanteil: 16,7%) gut an. Sie machten den Krimi zum Tagessieger in der jungen Zielgruppe am Mittwoch.

Doch auch das "Traumschiff" scheint eine Art Kultcharakter zu haben - immerhin schalteten sich mit 1,74 Mio Jüngeren (13,7%) mehr Publikum als bei den Angeboten der Privaten zu.

Sat.1-Erstausstrahlung "Eat, Pray, Love" enttäuscht

Besonders lange Gesichter dürfte es mal wieder bei Sat.1 gegeben haben: Hier lockte die TV-Premiere von Julia Roberts Selbstfindungstrip "Eat, Pray, Love" nur 10,6% der Werberelevanten an.

Mit Wiederholungen wie "Hancock" (11,1%, ProSieben), "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" (11,6%, RTL), aber auch mit "Der Polarexpress" (10,1%, RTL II) konnte man günstiger punkten. ProSieben hatte mit "Machete" sogar ein Feiertags-Kontrastprogramm der wuchtigen Sorte im Angebot (12,0%).

Unterm Strich blieb die Bilanz am zweiten Weihanchtsfeiertag recht ausgeglichen: RTL siegte mit nur 11,2% bei den 14- bis 49-Jährigen. ProSieben folgte mit 10,9%, Sat.1 mit 10,2%. Das ZDF lag mit vergleichsweise starken 9,3% vor ARD (7,6%) und RTL II (7,0%).

Maue Bilanz für RTL-"Potter"-Premiere am Dienstag

Dass über die Feiertage andere Fernsehgesetze gelten und TV-Premieren keineswegs die entscheidende Währung sind, bekam auch der Marktführer RTL schmerzhaft zu spüren - am ersten Weihnachtsfeiertag: Dort sicherte sich die Erstausstrahlung von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)" zwar mit 2,32 Mio Werberelevanten den Zielgruppen-Tagessieg (20,1%). Allerdings blieb der Erfolg mit nur 3,79 Mio Gesamtzuschauern im Vergleich zu früheren Potter-Zauberstücken recht übersichtlich.

Am Dienstag war an der ARD-Revue "Die Helene Fischer Show", für die vor allem "Bild" lautstark getrommelt hatte, kein Vorbeikommen: Sie holte sich mit 5,39 Mio Gesamtzuschauern die höchste Tagesreichweite, hielt aber sogar 970.000 Jüngere bei Laune (8,4%).

"Kevin"-Doppelschlag triumphierte am Montag

An Heiligabend dagegen schalteten die meisten Zuschauer - so sie überhaupt vor der Glotze saßen, was man nicht hoffen wollte -, auf stur: Klassiker wie "Michel in der Suppenschüssel" (ZDF, 15,9% bei den Jüngeren) oder "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (ARD, 16,8%) hatten wieder mal Hochkonjunktur.

Und der Tagessieg in der Zielgruppe U-50 ging an abgenudelte, vermutlich nur an einem Tag im Jahr erträgliche Klassiker: Es siegte "Kevin - Allein in New York" (20,6% um 22:10 Uhr) vor "Kevin - Allein zu Haus" (19,1% um 20:15 Uhr). Auch Sat.1 muss einmal im Jahr Weihnachten feiern.

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