WAZ Mediengruppe: "Braunschweiger Zeitung" führt Online-Bezahlmodell ein

29.12.2012
 

Die "Braunschweiger Zeitung" aus der WAZ Mediengruppe hat für ihr Nachrichtenangebot im Internet ein Online-Bezahlmodell ("Metered Freemium") eingeführt. Ab sofort können Nutzer pro Monat bis zu 15 redaktionelle Beiträge kostenfrei lesen. Geschäftsführer Harald Wahls:

Die "Braunschweiger Zeitung" aus der WAZ Mediengruppe hat - wie angekündigt - für ihr Nachrichtenangebot im Internet ein Online-Bezahlmodell ("Metered Freemium") eingeführt. Ab sofort können Nutzer pro Monat bis zu 15 redaktionelle Beiträge kostenfrei lesen. Wer mehr möchte, muss ein Online-Abo abschließen. Der Abonnent hat dann unbegrenzten Zugriff auf alle Angebote des Nachrichtenportals. Dafür erhalte er neben "verlässlichen Qualitätsinformationen aus der gedruckten Zeitung" zusätzliche aktuelle Meldungen aus der Region, das aktuelle Fernsehprogramm, einen Nachrichtenticker und einen Liveticker beispielsweise zu den Spielen der großen regionalen Fußballclubs, heißt es bei der "Braunschweiger Zeitung".

Die gesamte Verlagsbranche diskutiert seit geraumer Zeit, ob und wie viel Geld sie für ihre digitalen und elektronischen Angebote verlangen kann. Die Preismodelle sind vielfältig, es wird getestet und beobachtet. Sicher sei eines, sagt Harald Wahls, Geschäftsführer des Braunschweiger Zeitungsverlags: "Immer mehr Menschen nutzen ausschließlich die elektronischen und digitalen Angebote der Tageszeitungen. Wenn wir unsere Inhalte weiter mit hoher Qualität bereitstellen und unsere gesellschaftliche Aufgabe als unabhängiger Lieferant zuverlässiger Informationen wahrnehmen wollen, können wir unsere Online-Angebote nicht mehr ausschließlich kostenlos zur Verfügung stellen. Und es wäre auch ungerecht, wenn die Leser der gedruckten Zeitung die elektronischen Angebotsformen subventionieren, während diejenigen, die nur im Internet lesen, gar nichts dafür bezahlen." Es sei, so Harald Wahls, also nur konsequent, wenn die "Braunschweiger Zeitung" für ihre digitalen Angebote künftig Geld vom Leser verlange.

Überarbeitetes E-Paper mit Apps für Tablet-PCs

Die "Braunschweiger Zeitung" bietet dazu ab sofort ihre E-Paper-Ausgabe auch als App für Tablet‐Computer an - sowohl für das iPad als auch für Tablets mit Android-Betriebssystem. Das E‐Paper im Zeitungslayout steht dem Leser bereits ab 3 Uhr morgens, also früher als die gedruckte Zeitung, zum Herunterladen bereit. Vorteil für Abonnenten der gedruckten Zeitung sei, dass die E‐Paper‐Ausgabe nicht identisch mit der Ausgabe ihrer gedruckten Zeitung sein müsse. Der Nutzer könne also bequem auch andere Unterausgaben lesen.

Online-Abo zum Einführungspreis von 9,90 Euro 

Aktuell bietet die "Braunschweiger Zeitung" Einführungspreise für die neuen Angebote an. Ein Online-Abo kostet monatlich 9,90 Euro (anstatt 27,70 Euro), "Vollabonnenten" der Printausgabe (27,70 Euro) bezahlen 6,90 Euro zusätzlich. Mittelfristig sollen jedoch alle Vertriebsformen der Zeitung den gleichen Preis haben. "Es spielt keine Rolle, ob ich die Zeitung gedruckt, als E‐Paper oder im Internet lese. Gezahlt wird in erster Linie für den Inhalt, nicht für die Darreichungsform", so Harald Wahls. "Dafür, dass wir das E‐Paper oder unsere Nachrichtenportale nicht drucken und zum Abonnenten bringen müssen, haben wir die Produkte ja bewusst mit einem 24-Stunden-Newsticker angereichert."

Hintergrund: Jüngst hatte Axel Springer bei "Welt Online" ein Online-Bezahlmodell eingeführt. Dort fällt nach 20 Artikeln die Bezahlschranke.

Ihre Kommentare
Kopf

HannasLifeBlog

06.01.2013
!

Nun, 15 Artikel sind doch überhaupt kein Problem. Geschätzte 80 Prozent stehen doch sowieso in jedem anderen Blatt. Ob von dpa gekauft oder voneinander, es gibt doch inzwischen gar keine Unterschiede mehr in den Printmedien.
Wer sich wundert, warum die Menschen keine Lust haben zu zahlen, sollte sich mal an die eigene Nase fassen. Wer nicht bereit ist, für gute Arbeit und gute Recherche zu zahlen, hat einfach keine guten mehr Artikel im Blatt. Und verliert die Leser.


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