Las-Vegas-Tagebuch - kress auf der CES (Tag 1): Willkommen in der Post-Smartphone-Ära

 

Zum Auftakt der weltgrößten Consumer-Electronics-Messe, der International CES in Las Vegas, ist auf einen Blick klar: Die TV-Bildschirme werden immer größer, die Tablets immer mehr und immer preiswerter. Den Beginn der "Post-Smartphone-Ära" hat Shawn DuBravac, Chief Economist der US-amerikanischen Consumer Electronics Association (CEA), ausgerufen.

Zum Auftakt der weltgrößten Consumer-Electronics-Messe, der International CES in Las Vegas, ist auf einen Blick klar: Die TV-Bildschirme werden immer größer, die Tablets immer mehr und immer preiswerter. Den Beginn der "Post-Smartphone-Ära" hat Shawn DuBravac, Chief Economist der US-amerikanischen Consumer Electronics Association (CEA), ausgerufen. "Im sechsten Jahr nach Einführung des ersten iPhones haben 65% der gesamten mobilen Nutzung nichts mehr mit Kommunikation zu tun", so DuBravac. "Die unbeabsichtigten Auswirkungen von Smartphones und Tablets als 'hub devices' lassen ganz neue Märkte entstehen."

Was er damit meint, sind Blutdruckmesser, Heizungssteuerungen, Fernbedienungen für TV und Festplattenrekorder oder Feuchtigkeitssensoren, die zum Blumengießen alarmieren - allesamt Anwendungen, die Smartphone-Entwickler ursprünglich nicht beabsichtigt hatten. In diesen Tagen füllen sie riesige Messehallen in Las Vegas. Allein die Zahl der CES-Aussteller aus der Fitness- und Gesundheitsbranche ist gegenüber dem Vorjahr um 25% gestiegen. Insgesamt zeigen 3.000 Aussteller ihre Produkte auf einer Fläche von 175.000 Quadratmetern.

Gemeinsam mit dem Marktforscher GfK analysiert die CEA die Verkaufszahlen von rund 340.000 Händlern in 80 Ländern - und prognostiziert auf dieser Basis einen weltweiten Branchenumsatz für Unterhaltungselektronik von 1,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2013. Das wäre ein Plus von 4% im Vergleich zu 2012. Im vorigen Jahr gab der globale Gesamtumsatz nach vorläufigen Zahlen um 1% nach.

Auf der einen Seite werden die TV-Bildschirme immer größer: LG darf sein Ultra HD TV mit 2,13 Meter Bildschirmdiagonale mit einem "Best of Innovations"-Preis der CES schmücken. Angesichts der hohen Preise (ab 20.000 Dollar aufwärts) rechnet die CEA allerdings damit, dass bis 2016 nur in 5% der US-Haushalte ein Ultra-HD-Gerät stehen wird. Auf der anderen Seite werden die Tablets immer mehr und immer preiswerter: Besaßen vor einem Jahr 22% der US-Haushalte eines, so sind es heute schon 44%. Ähnliche Entwicklungen werden für Europa erwartet. "Das Gerede von Second Screens ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß", findet CEA-Mann DuBravac. "Was 'first' und was 'second' ist, entscheidet jeder Konsument selbst und je nach Nutzungssituation zunehmend unterschiedlich."

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.