Unternehmer Dirk Möhrle wird Minderheitsgesellschafter: G+J verkauft "Impulse" an Nikolaus Förster

10.01.2013
 

Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr hat sein Mittelstandsmagazin "Impulse" am Mittwochabend an Chefredakteur Nikolaus Förster verkauft. "Wir sind jetzt selbst Teil des Mittelstands, über den wir seit Jahren schreiben", sagte Förster kress zum Vertragsabschluss. Er wird nun 20 Mitarbeiter aus der Wirtschaftsmedien-Gruppe übernehmen und nahtlos weitermachen.

Der nächste Management-Buyout bei Gruner + Jahr ist perfekt: Am Mittwochabend hat der Hamburger Verlag sein Mittelstandsmagazin "Impulse" an Chefredakteur Nikolaus Förster verkauft. "Wir sind jetzt selbst Teil des Mittelstands, über den wir seit Jahren schreiben", sagte Förster dem Branchenmagazin kress zum Vertragsabschluss. Er wird nun 20 Mitarbeiter aus der Wirtschaftsmedien-Gruppe übernehmen - 15 Redakteure und Verlagsmitarbeiter, dazu fünf Volontäre und studentische Mitarbeiter - und nahtlos weitermachen. Auch einen weiteren Geldgeber hat Förster eigenen Angaben zufolge bereits gefunden: Der Unternehmer Dirk Möhrle soll bereits in den nächsten Tagen als Minderheitsgesellschafter in die neue Impulse Medien GmbH einsteigen.

Möhrle, der einige Jahre die Baumarkt-Kette Max Bahr geleitet hat, bevor seine Familie die Gruppe verkaufte, kennt Förster seit etwa zwei Jahren. "Als Chefredakteur eines Unternehmermagazins hat man natürlich viele Kontakte", sagte Förster. Möhrle bringe Geld mit, aber darum gehe es ihm nicht allein, sondern "vor allem auch um sein kaufmännisches Know-how und sein Netzwerk". Möhrle sagte laut Mitteilung des neuen Kleinverlags vom Donnerstagmorgen zu seiner Motivation: "Es ist wichtig, dass innovatives Unternehmertum auch künftig eine starke Stimme in der Öffentlichkeit hat."

Förster wird nun geschäftsführender Gesellschafter und will bis auf weiteres auch Chefredakteur bleiben. "Der Titel läuft ja", sagte er kress. Abgesehen vom Krisenjahr 2009 sei "Impulse" in den vergangenen Jahren stets profitabel gewesen. "Es wäre eine Schande gewesen, ihn zu schließen." Der Kaufpreis wurde nicht kommuniziert. Die Mitarbeiter verzichten dem Vernehmen nach wiederum auf ihre Abfindungen, die ihnen als langjährige Mitarbeiter des Hauses Gruner + Jahr zugestanden hätten. Ihre Ansprüche sollen teils deutlich über der 100.000-Euro-Marke gelegen haben.

Qualitätsjournalismus mit weiteren Geschäften absichern

Mit Gruner + Jahr wird Förster voraussichtlich weiter Geschäfte machen. Geplant sei, dass "Impulse" zunächst weiter vom Hamburger Großverlag vermarktet werde. Für Sicherheit will Förster aber auch mit zusätzlichen Beibooten sorgen. "Für uns wird es ganz entscheidend sein, unseren Qualitätsjournalismus mit weiteren Geschäften abzusichern", sagte Förster zu seinen Plänen. Auf einiges kann er aufbauen, etwa auf Seminare, Konferenzen und mit "Impulse Wissen" auch auf einen Ableger. "Aber wir werden auch neue Geschäftsbereiche aufbauen, sicher nicht nur in Print."

Förster rettet sein Magazin mit dem Management-Buyout vor dem Aus. Derzeit wickelt Gruner + Jahr seine Wirtschaftsmedien weitgehend ab. Die von der Zentralredaktion bespielte "Financial Times Deutschland" ist bereits seit Dezember Geschichte. Allein "Capital" will der Verlag weiterführen. Die Zukunft von "Börse Online" ist weiter unklar.

Nicht das erste Management-Buyout in der G+J-Historie

"Impulse" ist unterdessen nicht der erste Management-Buyout in der Geschichte des Verlags: 2009 hatte er sein Frauenmagazin "Emotion" an Verlagsgeschäftsführerin Katarzyna Mol, heute Mol-Wolf, verkauft. Was sie, Torsten Rossmann von N24 und Frank-Bernhard Werner von "Euro am Sonntag" über die Herausforderungen und Parallelen ihrer Management-Buyouts erzählen und was der neue "Impulse"-Eigner Förster sonst noch plant, lesen Sie im kressreport 1/2013, der am Freitag erscheint.

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