BBC World News investiert in Technik und Programm: Durchstarten zum "weltbesten Nachrichtenanbieter"

 

Die ARD quälen weiter Bauchschmerzen um ihr neues Hightech-Nachrichtenstudio. Von den britischen Kollegen kann man lernen, wie man's richtig macht: "Ich bin ziemlich entspannt, dass alles funktioniert", sagte Jim Egan, COO des Auslandsablegers BBC World News, im kress.de-Gespräch. Aktuell hat er den Sender, der weltweit 350 Mio Haushalte erreicht, kräftig umgekrempelt.

Die ARD quälen weiter Bauchschmerzen um ihr neues Hightech-Nachrichtenstudio. Von den britischen Kollegen kann man lernen, wie man's richtig macht: "Ich bin ziemlich entspannt, dass alles funktioniert", sagte Jim Egan, COO des Auslandsablegers BBC World News, im kress.de-Gespräch. Aktuell hat er den Sender, der weltweit 350 Mio Haushalte erreicht, kräftig umgekrempelt.

Schlagzeilen machen im "World's Newsroom"

Am Montag drückte er den Startknopf für den Sendebetrieb in den neuen Studios in der Londoner Innenstadt. "Dieser Relaunch ist die weitreichendste Veränderung in unserem Hause in den letzten zehn Jahren", so Egan. In den modernen, komplett auf HD-Technik ausgerichteten Senderäumen des umgestalteten Broadcasting House finden 6000 Mitarbeiter Platz. BBC World News, der erste Sender, der von dort aus on Air geht, überträgt weltweit Programme in 27 Landessprachen.

Herzstück ist das neue Virtual-Reality-Studio, in dem verschiedene Sendungen vor einem rundum Green-Screen aufgezeichnet werden. Die Fläche kann für die unterschiedlichsten Einspielungen genützt werden - auch sehr konservative. "Künftig zeigen wir bei den Nachrichten die Londoner Skyline im Hintergrund", so Egan.

27 Sprachdienste für weltweit 350 Mio Haushalte

Das Selbstbewusstsein des Auslandsdienst, der sich anders als die BBC im Inland auch über Werbeeinnahmen finanziert, ist enorm. "Wir haben den Anspruch, als bester Nachrichtenanbieter der Welt wahrgenommen zu werden", sagte Egan. Besonders stolz ist er auf den neuen Newsroom, an dem Journalisten Inhalte für TV, Radio und das Internet gemeinsam produzieren. Im Hause BBC World kann so ein Arbeitsplatz natürlich nur "The World's Newsroom" heißen. 

In Deutschland erreicht Egan eigenen Angaben zufolge ein sehr exklusives, wenn auch überschaubares Publikum von monatlich rund zwei Millionen Zuschauern. "Die Erwartungen an die Zuschauergröße sind bescheiden", so Egan. Dennoch erwartet er sich viel vom hiesigen Geschäft. "Deutschland ist einer der weltweit wichtigsten Märkte überhaupt - was die Zuschauer und die Werbemärkte angeht", so Egan. "Die Leute dort werden hoffentlich bald noch stärker auf uns aufmerksam werden. Wenn man in Deutschland nicht groß ist, wird man in Europa niemals wichtig sein." Eine Rückkehr der deutschsprachigen Programmfenster, die vor rund zehn Jahren eingestellt wurden, soll es ab laut Egan nicht geben.

Neue Formate, neue Moderatoren

Dafür richtet BBC World auch das Programm behutsam neu aus - mit neuen Formaten und neuen Gesichtern. Zum Relaunch-Tag startete Neuzugang Jon Sopel, ein BBC-Gewächs, die neue 16:00-Uhr-Sendung "Global". Außerdem moderiert künftig Yalda Hakim, eine Australierin mit afghanischen Wurzeln. Künftig wird sich auch eine Wirtschaftsreporterin aus Fernost dazukommen, die von Asien aus das Weltgeschehen im Blick hat. Ihren Namen wollte Egan noch nicht verraten.

BBC-Skandale kosteten viel Vertrauen

Die aktuelle Skandalserie des Mutterhauses BBC ließ auch BBC World News nicht unerschüttert. "Die letzten Monate waren ein furchtbare, schwierige Zeit für die BBC", so Egan gegenüber kress.de. Die Diskussion um Missbrauchsskandale erschütterte auch für den Welt-Dienst viel Zuschauer-Vertrauen. "Allerdings gab es auf den kommerziellen Seite keine Einbrüche", so Egan. "Kein Anzeigenkunde hat deswegen bei uns Aufträge storniert."

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