Schleichwerbung bei "Wetten, dass"? ZDF-Fernsehrat will Vorwürfe prüfen

15.01.2013
 

Der ZDF-Fernsehrat hat angekündigt, die Vorwürfe der Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?" zu prüfen. Fernsehratschef Ruprecht Polenz sagte "Spiegel Online": "Weil das Gebot der redaktionellen Unabhängigkeit und das Verbot der Schleichwerbung essentielle Grundlagen der Programmarbeit des ZDF darstellen, habe ich vorgesehen, dass sich der Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung am 8. März 2013 mit dem Vorgang befasst." 

Der ZDF-Fernsehrat hat angekündigt, die Vorwürfe der Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?" zu prüfen. Fernsehratschef Ruprecht Polenz (CDU) sagte "Spiegel Online": "Weil das Gebot der redaktionellen Unabhängigkeit und das Verbot der Schleichwerbung essentielle Grundlagen der Programmarbeit des ZDF darstellen, habe ich vorgesehen, dass sich der Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung am 8. März 2013 mit dem Vorgang befasst." Dann werde das Gremium überlegen, welche Schlussfolgerungen zu ziehen seien.

Zudem forderten laut "Spiegel Online" Medienpolitiker aller Parteien vom ZDF schnelle Aufklärung. Am Montag hatte bereits der DJV eine lückenlose Aufklärung verlangt.

ZDF: "Keine Erkenntnisse"

Inzwischen liegt vom ZDF eine ausführliche Stellungnahme zu den "Spiegel"-Vorwürfen vor: Dem Sender würden keine Erkenntnisse darüber vorliegen, dass im Zusammenhang mit der Präsentation von Gewinnspielpreisen Schleichwerbung bei 'Wetten, dass..?" stattgefunden habe. "Einflussnahme von Dritten auf redaktionelle Entscheidungen gab es nicht." Das ZDF verweist darauf, bereits 2004 strenge Regeln zur Verhinderung von Schleichwerbung eingeführt zu haben.

In einem Fall am 10. November 2007 aber, den der "Spiegel" erwähnt, entsprach die Präsentation des Preises durch den Moderator laut ZDF nicht den Vorschriften. Die Clearingstelle des Senders habe unmittelbar nach der Sendung einen Hinweis auf eine unübliche und grenzwertige Preispräsentation in der Sendung gegeben. Dieser Einschätzung habe sich der damalige Programmdirektor Thomas Bellut angeschlossen und Moderator und Redaktion auf die Einhaltung der ZDF-Gewinnspielregeln deutlich hingewiesen. Der Programmdirektor hatte darauf den Angaben zufolge ein neues Verfahren angeordnet. "Durch ein enges Zusammenspiel von Redaktion, Regie und Moderator wird seither sichergestellt, dass auch in schwer vorhersehbaren Situationen Gewinnspielpreise nicht zum Gegenstand von Moderationen oder Gesprächen werden, die einen werblichen Charakter entfalten können. Dazu erhielt der Moderator für jede Sendung einen von den Justitiariaten des ZDF und des ORF geprüften Text", heißt es in der Stellungnahme des ZDF.

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