Facebook stellt die Suchfunktion Graph Search vor

Facebook-Boss Mark Zuckerberg hat am Dienstag am Unternehmenssitz im kalifornischen Menlo Park die neue Suchfunktion Graph Search präsentiert. "Mit der Suche im Social Graph kannst du nach allen Inhalten suchen, die mit dir auf Facebook geteilt wurden. Zudem können andere Nutzer Inhalte finden, die du mit diesen geteilt hast, einschließlich Inhalte, die öffentlich sichtbar sind. Das bedeutet, dass verschiedene Personen unterschiedliche Ergebnisse sehen", hieß es in der Präsentation. 

Die Privatsphäre-Einstellungen bestimmen, nach welchen Inhalten gesucht werden kann: Der Facebook-Nutzer kann so z.B. Personen anhand von Dingen finden, die diese mit ihm geteilt haben. Dazu zählen unter anderem ihre Interessen und Profilinformationen. Facebook zeigt dem Nutzer Treffer für Freunde an, die in derselben Stadt wohnen wie er, Personen, deren Stadt öffentlich sichtbar ist, und vorgeschlagene Ergebnisse, die auf mit ihm geteilten Informationen basieren.

Ferner kann der Nutzer Dinge wie Restaurants und Musik durch seine Freunde und Verbindungen entdecken. Er kann Fotos finden, die er und seine Freunde gepostet haben bzw. in denen er und seine Freunde markiert wurden. Andere Nutzer können alle Fotos sehen, die ihnen auf Facebook zur Verfügung stehen. Dazu zählen auch Fotos, die in der Chronik verborgen wurden.

Facebook hat zunächst eine Probierversion gestartet. Der Zugang ist limitiert. Wer möchte, kann sich für das Betaprogramm auf eine Warteliste setzen lassen.

Was Analysten und Experten über den "Graph Search" sagen

Zuckerberg greift Google also nicht auf dessen ureigensten Gebiet an: der Websuche. Hier arbeitet Facebook mit Microsoft zusammen. "Eine vollständige Web-Suchmaschine müsste mit Google konkurrieren und angesichts dieser Marktmacht wäre es schwer für Facebook Werbeumsätze zu gewinnen", wird Analyst Eden Zoller von Ovum Research im "Handelsblatt" zitiert. 

Analyst Brian Blau sagte dem "Handelsblatt": Graph Search werde komplett verändern, wie Menschen mit Facebook umgehen. Diese Suchseiten würden ein völlig neues Umfeld für Werbetreibende schaffen, um ihre Dienste anzubieten. Zoller teilt diese Ansicht: "Graph Search wird zweifelsfrei Werbetreibende mit besseren und zielgerichteteren Daten versorgen."

"Facebook hat nur einen unsagbar schlechten Teil seines Angebots, die Suchfunktion, besser gemacht“, urteilt Nate Elliott von Forrester Research. Er warnt davor, Graph Search überzubewerten. Allerdings könnte es helfen, die Seite vor einem drohenden Bedeutungsverlust zu bewahren.

Ben Moehlenhoff von der Hamburger eprofessional GmbH kommentiert die Erfolgschancen gegenüber kress aus Marketingsicht: "Eine Monetarisierung der Suche könnte sehr profitabel für Facebook werden, denn suchende Nutzer haben meist ein sehr konkretes Kauf- oder Informationsbedürfnis und sind wertvoll für Unternehmen. Eine gute Platzierung in den Facebook-Suchergebnissen könnte im ersten Schritt für Restaurants, Bars und lokale Geschäfte interessant sein. Später erwarte ich, dass Facebook sich gezielt den Online-Shops zuwendet und diesen neue, attraktive Werbemöglichkeiten in der Suche anbietet."

Auch wenn es kurzfristig noch keine Werbeanzeigen in der neuen Facebook-Suche  geben wird, empfiehlt Moehlenhoff Unternehmen schon jetzt, eine aktive Präsenz auf Facebook mit Likes, Check-ins und Kommentaren zu betreiben, denn diese Interaktionen werden nun auch als Ranking-Faktoren für die Suche relevant. Grundsätzlich müsse Facebook die User aber noch dazu erziehen, mehr als bisher bei Facebook zu suchen, schränkt Moehlenhoff ein.

16.01.2013
Ihre Kommentare
Kopf
Severin Tatarczyk
16.01.2013
!

Graph Search ist ein ziemlich genialer Schachzug von facebook und ein kleiner Baustein auf dem Weg zu facebooks Smartphone OS:

http://www.severint.net/2013/01/16/graph-search-facebooks-genialster-schachzug/


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