VoIP auch für US-Nutzer: Das Facebook-Phone kommt - nur anders als gedacht

 

Facebook bohrt seine Instant-Messaging-App Messenger mit Voice over IP (kurz VoIP) auf: Anfang Januar für Nutzer in Kanada, ab sofort - und damit nur zwei Wochen später - für Nutzer in den USA. Weitet das soziale Netzwerk die Funktion in diesem Tempo auf andere Länder aus, könnten auch Nutzer in Deutschland bald über Facebook telefonieren.

Facebook bohrt seine Instant-Messaging-App Messenger mit Voice over IP (kurz VoIP) auf: Anfang Januar für Nutzer in Kanada, ab sofort - und damit nur zwei Wochen später - für Nutzer in den USA. Weitet das soziale Netzwerk die Funktion in diesem Tempo auf andere Länder aus, könnten auch Nutzer in Deutschland bald über Facebook telefonieren. Damit kommt das viel beschworene Facebook-Phone - nur anders als gedacht.

Der Sprung über die kanadisch-amerikanische Grenze hat an einem Manko noch nichts geändert: Die VoIP-Funktion ist nur in der iOS-Version des Messenger enthalten. Gespräche, die Nutzer der neuesten iOS-App untereinander führen, sind kostenlos und funktionieren über WLAN oder im Mobilfunknetz. Unterwegs können jedoch die transferierten Daten das im Tarif enthaltenen Datenvolumen belasten.

Die auf iOS und Nordamerika beschränkte VoIP-Funktion ist keine Revolution. Dennoch sollte Skype, der 2011 von Microsoft gekaufte VoIP-Dienst, auf der Hut sein. Dass Facebook die VoIP-Funktion so fix auch Nutzern in den USA zugänglich macht, spricht für einen erfolgreichen Test in Kanada. Eine Ausweitung auf andere Länder und ein Update der Android-App dürften nur eine Frage der Zeit sein. Pikant: Zwar arbeiten Skype und Facebook beim Video-Chat auf Desktop-Rechnern zusammen, doch die Messenger-App ist eine Facebook-Eigenentwicklung.

Ein nicht zu unterschätzendes Pfund, mit dem Facebook wuchern kann, ist die Nutzerschaft: Weltweit sind monatlich 1,07 Mrd. Menschen im Netzwerk aktiv, Ende November 2012 nutzten rund 5% (56,7 Mio.) den Messenger - auf verschiedenen Plattformen wie iOS, Android und BlackBerry. Vor diesem Hintergrund ergibt Mark Zuckerbergs Dementi eines Smartphones Sinn. "Es ist eindeutig die falsche Strategie für uns", sagte der Facebook-Gründer vergangenen September. Vielleicht würden 10 bis 15 Mio Menschen ein Facebook-Smartphone nutzen. Doch Facebook habe eine andere Strategie als Hardware-Hersteller. Mit dem Update der Messenger-App deutet diese sich an: Aus jedem Smartphone - gleich von welchem Hersteller - ein Facebook-Phone zu machen.

("Inside Facebook")

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