Ottfried Fischers Sexvideo-Affäre: "Bild"-Redakteur zum zweiten Mal frei gesprochen

 

Das Landgericht München hat entschieden und Ottfried Fischer hat schon wieder das Nachsehen: Der "Bild"-Redakteur wurde am Donnerstag, 24. Januar, zum zweiten Mal in allen Punkten der Anklage freigesprochen.

Das Landgericht München hat entschieden und Ottfried Fischer hat schon wieder das Nachsehen: Der "Bild"-Redakteur wurde am Donnerstag, 24. Januar, zum zweiten Mal in allen Punkten der Anklage freigesprochen. Er habe den Schauspieler nicht erpresst.

Damit wurde ein Freispruch des Landgerichts von 2011 bestätigt, den das Oberlandesgericht München im vergangenen Jahr aufgehoben hatte. Die Richter folgten damals einem Revisionsantrag von Staatsanwaltschaft und Fischer selbst (kress.de vom 3. April 2012).

Der Fall: Fischer wirft dem Journalisten vor, ihn mit einem Video zu einem Interview für die "Bild" genötigt zu haben. Der Film zeigt Fischer im Jahr 2009 beim Sex mit Prostituierten. Das Amtsgericht München verurteilte den Journalisten im Oktober 2010 zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro, doch das Landgericht sprach ihn im Berufungsprozess im Mai 2011 frei (kress.de vom 23. Mai 2011).

Das Gericht machte am Donnerstag deutlich, dass keine Strafbarkeit beim Gebrauch von Bildern (Paragraf 201a StGB) gegeben ist, wenn Journalisten brisante Fotos oder Filme entgegennehmen und sichten und wenn sie dann auch mit dem Betroffenen über das Material sprechen.

"Sieg für die Recherchefreiheit der Presse"

Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht Axel Springer AG, bezeichnet das Urteil als "Sieg für die Recherchefreiheit der Presse". "Der Versuch der Münchener Staatsanwaltschaft und Ottfried Fischers, presserechtlich gebotene Arbeit von Journalisten zu kriminalisieren, ist gescheitert", so Soehring.

"Riesensauerrei"

Laut dpa bezeichnete der Vorsitzende Richter Thomas Hensel die Affäre um das Video als "eine Riesensauerei". Aber der Angeklagte habe keinen Druck auf Fischer ausgeübt. Der Journalist habe Interesse an einem Interview bekundet, eine Nötigung oder Drohung habe es nicht gegeben. Fischers PR-Agentin habe das Interview von sich aus angeboten.

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