Ein Jahr Sendebetrieb vorfinanziert: Dieter Hildebrandt zieht mit Stoersender.tv in die Schlacht

 

Was sagt Ihr dazu, Gebrüder Samwer? Mit 85 Jahren macht der altgediente Politkabarettist Dieter Hildebrandt der Branche noch einmal vor, was ein radikal origineller Start-up-Unternehmer ist. Aktuell läuft die letzte Crowdfunding-Phase für sein Internet-Fernsehprojekt Stoersender.tv. Das Projekt ist voll finanziert. Ab Februar kann der Störbetrieb beginnen.

Was sagt Ihr dazu, Gebrüder Samwer? Mit 85 Jahren macht der altgediente Politkabarettist Dieter Hildebrandt der Branche noch einmal vor, was ein radikal origineller Start-up-Unternehmer ist. Aktuell läuft die letzte Crowdfunding-Phase für sein Internet-Fernsehprojekt Stoersender.tv. Das Projekt ist voll finanziert. Ab Februar kann der Störbetrieb beginnen.

Wie fast alle guten Ideen entstand der Anstoß an einem Küchentisch: Dort streckten nicht nur die Füße von Hildebrandt (der eigentlich "nur" eine neue Internet-Künstlerseite haben wollte), sondern auch die von Stefan Hanitzsch. Der umtriebige Münchner Journalist, Sohn des nicht minder umtriebigen Polit-Karikaturisten Dieter Hanitzsch, hatte als PR-Mann der SPD lange genug hinter die Kulissen geblickt, um herauszufinden, wie frustriert oft die Basis ist und "wie wenig Beteiligungsmöglichkeiten die Neumitglieder der Parteien haben".

Nach obligatorisch kurzem Schimpfen auf die Verhältnisse beschloss man, in den Kampf gegen die Verdrossenheit zu ziehen. Hanitzsch schlug Internet-Fernsehen vor. Dem alten Kempen Hildebrandt schwebte schnell der Name "Störsender" vor. Und schon konnte der Barrikadensturm gegen die Beliebigkeit beginnen. 

Plattform für die "freien Radikalen" im Internet

Gedacht ist das Stoersender.tv als völlig unabhängige Plattform für die "freien Radikalen des Kabaretts und deren Gleichgesinnte", so Hanitzsch. Er entwickelte das Konzept und stellte es bei dem auf Crowdfunding-Projekte im Kreativbereich spezialisierten Aufmerksamkeitsaggregator Startnext.de ein. Dort kann man noch bis zum 10. Februar Unterstützer werden - und auch als Klein- bis Kleinstanleger das erste Jahr Sendebetrieb ermöglichen. Hanitzsch ist stolz, dass der Störsender jetzt schon finanziert ist - und unabhängig von Anzeigen-Interessen "journalistisch sowie politisch arbeiten kann". 

Stör-Aktionen in der Offline-Welt geplant

Tatsächlich sieht der künftige Programmplan neben Aufzeichnungen und Video-Botschaften des satirischen Florettfechters Hildebrandt und Artverwandetem von einer riesigen Schar seiner Kabarett-Kollegen auch eigenproduzierte Reportagen sowie Berichte von kreativen "Stör-Aktionen" in der Offline-Welt vor. Außerdem möchte Hanitzsch den Sender für Nachwuchskünstler, Aktivisten und all die Kabarett-Besucher öffnen, die "nicht nur Dampf ablassen, sondern auch nach dem Nachhausegehen wirklich etwas bewirken wollen". 

Keineswegs soll das Störsender-Programm lediglich Bühnenprogramm abspulen - und somit den Veranstaltern Konkurrenz machen. "Sonst könnten wir ja einfach eine YouTube-Playlist zusammenstellen", so Hanitzsch. "Das Internet ist das ideale Werkzeug, das wir so bislang nie hatten, um etwas in der Gesellschaft zu bewirken."

Who is Who des kritischen Geists  

Die Riege der Unterstützer und Störenfriede könnte jedenfalls jeden kommerziellen Anbieter neidisch stimmen: Neben Hildebrandt engagiert sich das kritische Corps von Konstantin Wecker, über Michael Altinger, Georg Schramm, Frank-Markus Barwasser aka Erwin Pelzig, HG. Butzko, Ottfried Fischer, Monika Gruber, Luise Kinseher, Ecco Meineke, Maria Peschek, Gerhard Polt, Urban Priol, Helmut Schleich, Martina SchwarzmannHans Well oder Sigi Zimmerschied für das Projekt.

Schief gehen könnte beim Störbetrieb also wenig.

Ihre Kommentare
Kopf
Ralf E. Hansen

Ralf E. Hansen

Medienconsulter
Consulter Medien & Entertainment

25.01.2013
!

Klasse !!!!!!


Roswitha Schäfer-Neubauer

25.01.2013
!

Platze vor Bewunderung und positivem "Neid!"


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