Aderlass bei IDG Business Media: Mitarbeiter sprechen von einem Klima der Angst

 

Im vergangenen Jahr sollen bei IDG Business Media (u.a. "Computerwoche") rund 9% der Belegschaft freiwillig gegangen sein. Ehemalige und aktive Mitarbeiter berichten gegenüber kress von einer schlechten Stimmung im Unternehmen. Es herrsche ein Klima der Angst und Hoffnungslosigkeit.

Im Dezember hatte der Vorstand von IDG Deutschland für das Geschäftsjahr 2011/2012 einen "leicht rückläufigen" Umsatz melden müssen. Die fünf Tochtergesellschaften erzielten insgesamt einen Jahresumsatz von 95,4 Mio. Euro (Vorjahr 99,4 Mio. Euro). Das Minus wurde u. a. mit den rückläufigen Erlösen im Printgeschäft erklärt, die IDG auch durch das Umsatzplus von 7% im Digitalen nicht auffangen konnte (kress.de vom 20. Dezember 2012).

Vielleicht hat auch das sich stetig drehende Personalkarussel das Geschäft belastet. Wie es aus Verlagskreisen heißt, sei insbesondere bei der IDG Business Media GmbH (u.a. "Computerwoche") ein Aderlass zu beobachten. 2012 soll es erstmals gehäuft vorgekommen sein, dass Mitarbeiter von sich aus die Firma verlassen haben – von 9% der Belegschaft ist die Rede.

Ehemalige und aktive Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten gegenüber kress von dem Druck in den verschiedenen Abteilungen. Es herrsche ein Klima der Angst und Hoffnungslosigkeit. Ziele würden zu hoch angesetzt, um Fehler zu forcieren, die eine Kündigung oder einen Abzug aus dem Verantwortungsbereich rechtfertigten. "Man wird gepeitscht bis zum Geht-nicht-mehr", sagt jemand, der wegen der Arbeitssituation gekündigt hat. Auch auf dem Bewertungsportal "kununu.de" wird dem Unternehmen kein gutes Zeugnis ausgestellt.

Dass ein gewisser Druck vorhanden ist, bestreitet Michael Beilfuß, Verlagsleiter IDG Business Media, nicht: "Der Veränderungsdruck in der gesamten Branche ist enorm. Damit geht jeder Mitarbeiter anders um, und in Einzelfällen kann so etwas durchaus Ängste auslösen. Dessen sind wir uns bewusst und wir nehmen das sehr ernst." Regelmäßige, anonyme Mitarbeiter-Umfragen zeigten, dass die große Mehrheit stolz sei, für IDG zu arbeiten und an die Zukunft und Qualität der Produkte glaube. Angst sei kein grundsätzliches Problem und nicht als Kündigungsgrund bekannt. "Unser gutes Image gerade auch im digitalen Bereich hat sich herumgesprochen, so dass unsere Mitarbeiter sehr begehrt sind", sagt der Manager. Laut Homepage sind einige Stellen vakant. Die Gründe dafür sind unklar.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.