Aktienpaket könnte 2 Mrd Euro in die Kassen spülen: Bertelsmann erwägt den Verkauf von RTL-Group-Anteilen

 

Bertelsmann erwägt seine Beteiligung an seinem größten Unternehmensbereich, der RTL Group, zu reduzieren. Aktuell hält das Medienunternehmen 92,3% der Stimmrechte. Künftig werde man in jedem Fall eine qualifizierte Mehrheitsbeteiligung von ungefähr 75% an der RTL Group behalten. Bertelsmann braucht Kapital für den Konzernumbau -

Bertelsmann erwägt seine Beteiligung an seinem größten Unternehmensbereich, der RTL Group, zu reduzieren. Aktuell hält das Medienunternehmen 92,3% der Stimmrechte. Künftig werde man in jedem Fall eine qualifizierte Mehrheitsbeteiligung von ungefähr 75% an der RTL Group behalten. Das Aktienpaket könnte - gemessen am derzeitigen RTL-Marktwert - bis zu zwei Mrd Euro in die Bertelsmann-Kassen spülen. Geld, dass die Gütersloher für den Konzernumbau dringend benötigen.

"Die RTL Group ist und bleibt ein erfolgreiches Kerngeschäft von Bertelsmann und eine starke Säule unseres Portfolios", sagt der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe. "Falls es zu einem Anteilsverkauf kommt, sollen die Mittel zur Umsetzung der Konzernstrategie von Bertelsmann verwendet werden." Die vier "strategischen Stoßrichtungen" sind: Stärkung des Kerngeschäfts, digitale Transformation, Auf- und Ausbau von Wachstumsplattformen und regionales Wachstum in aufstrebenden Märkten. In einem "Interview" mit dem "manager magazin" aus dem Dezember kündigte Rabe bereits an, dass man eine Eigenkapitalzufuhr in Milliardenhöhe brauche, um die Ziele zu erreichen (kress.de vom 13. Dezember 2012).

Der Bertelsmann-Aufsichtsrat habe einem möglichen RTL-Group-Anteilsverkauf grundsätzlich zugestimmt und den Vorstand ermächtigt, entsprechende Maßnahmen zu prüfen und unter bestimmten Bedingungen einzuleiten. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

"Wir glauben weiter fest an die RTL Group"

Im einem "Intranet-Interview", das Bertelsmann auf seiner Unternehmensseite veröffentlicht hat, sagt Thomas Rabe: "Wir glauben weiter fest an die Zukunft des Fernsehens und an die RTL Group." Die Gruppe leiste "maßgebliche Beiträge zum Ergebnis und zum Cash Flow" und verfüge über "vielversprechende Geschäfts- und Wachstumsmöglichkeiten". Eine weitere Reduzierung der Anteile auf 50,1% verneint Rabe. Der Führungsanspruch von Bertelsmann bei der RTL Group bliebe unberührt. Mit dem möglichen Erlös plane Bertelsmann auch Akquisitionen im Musikrechtegeschäft und in den Bereichen Bildung, Information Services sowie E-Commerce.

Im vergangenen Jahr sind die RTL-Marktanteile gebröckelt
: Im deutschen TV-Markt übernahm das ZDF mit 12,6% Marktanteil die Führung beim Gesamtpublikum: RTL und ARD lagen im Jahresschnitt mit 12,3% gleichauf dahinter. Bei den Werberelevanten lag RTL zwar vorne, kam aber "nur" noch auf 15,9% Marktanteil.

Umsatzplus im Geschäftsjahr 2012

In der Mitteilung über einen eventuellen Verkauf von RTL-Anteilen, legte Bertelsmann auch die vorläufigen und ungeprüften Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vor: Demnach stieg der Konzernumsatz auf rund 16 Mrd Euro (Vorjahr: 15,4 Mrd Euro). Das Wachstum betrug rund fünf Prozent, organisch rund 3 Prozent. Mit 1,7 Mrd Euro erreichte das Operating EBIT das Niveau des Vorjahres. Darin sind Investitionen und planmäßige Anlaufverluste für Digitalisierungsvorhaben und neue Geschäfte enthalten. Die Umsatzrendite überstieg erneut die 10%-Marke. Den vollständigen Jahresabschlusses präsentiert das Unternehmen am 26. März.

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