Vorläufiges Scheitern der Sozialplanverhandlungen: G+J macht Wirtschaftsmedien-Mitarbeitern neues Angebot

06.02.2013
 

Gruner + Jahr bedauert den vorläufigen Abbruch der Sozialplanverhandlungen für die rund 350 Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien. "Im Hinblick auf die Abfindungshöhe hat es auf Basis der bisherigen fairen G+J-Sozialplanabschlüsse keine Einigung geben können", so Unternehmenssprecher Christian Merl. Der Betriebsrat strebe hier deutlich höhere Dotierungen an.

Gruner + Jahr bedauert den vorläufigen Abbruch der Sozialplanverhandlungen für die rund 350 Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien. "Im Hinblick auf die Abfindungshöhe hat es auf Basis der bisherigen fairen G+J-Sozialplanabschlüsse keine Einigung geben können", so Unternehmenssprecher Christian Merl. Der Betriebsrat strebe hier deutlich höhere Dotierungen an. Unabhängig vom Ausgang des Schlichtungsverfahrens biete das Unternehmen "individuelle Lösungen" an, die auf der Basis der bestehenden G+J-Sozialpläne pro Beschäftigungsjahr ein Gehalt vorsähen.

Der Betriebsrat von Gruner + Jahr hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Arbeitgeber sich nach ersten Einigungen in der Hauptsache unbeweglich zeigten. So würde Gruner + Jahr darauf beharren, den Mitarbeitern lediglich ein halbes Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr an Abfindung zu zahlen. Ein weites halbes Monatsgehalt solle es nur geben, wenn die Gekündigten auf eine Kündigungsschutzklage verzichten würden.

Betriebsrat ruft die Einigungsstelle an

Die Arbeitgeber lehnen es nach Angaben des Betriebsrats auch strikt ab, allen Mitarbeitern einen fixen Abfindungs-Sockelbetrag und älteren Mitarbeitern eine höhere Abfindung zu zahlen. Außerdem sollten nach den Vorstellungen des Arbeitgebers maximal zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit für die Abfindung anerkannt werden. Da die Arbeitgebervertreter darüber laut Betriebsrat nicht verhandeln wollten, habe man nach nun die Einigungsstelle angerufen. Es handelt sich dabei um ein gesetzliches Verfahren, in dem ein Arbeitsrichter versucht, zwischen den Parteien zu schlichten. Bei einem Patt entscheidet die Stimme des Richters, das Ergebnis ist für die Beteiligten bindend.

Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Anke Schulz zeigte sich enttäuscht über den Verhandlungsstand: "Gruner + Jahr wird seiner sozialen Verantwortung damit nicht gerecht, und das in der schlimmsten Medienkrise seit Bestehen der Bundesrepublik", sagte sie. Die mehr als 350 Redakteure, Layouter, Bildredakteure und Verlagsmitarbeiter werden bei der angespannten Lage auf dem Medien-Arbeitsmarkt nicht wieder sofort einen Job finden, sagte sie weiter. "Gruner + Jahr hat hier besondere Verantwortung. Das aktuelle Angebot reicht nicht an frühere Sozialpläne heran, die Gruner + Jahr geschlossen hat."

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