"Diese oder nächste Woche": Türkischer Verleger will "genaueres Angebot" für "FR" vorlegen

06.02.2013
 

Der türkische Verleger Burak Akbay, 42, hat in einem Interview mit dpa sein starkes Interesse an der "Frankfurter Rundschau" untermauert. Akbay kündigt ein "genaueres Angebot" für die insolvente Zeitung an, wobei sein bisheriges Angebot auch schon präzise gewesen sei. Der Insolvenzverwalter der "FR", Frank Schmitt, hatte dem widersprochen.

Der türkische Verleger Burak Akbay, 42, hat in einem Interview mit dpa sein starkes Interesse an der "Frankfurter Rundschau" untermauert. Akbay kündigt ein "genaueres Angebot" für die insolvente Zeitung an, wobei sein bisheriges Angebot auch schon präzise gewesen sei. Der Insolvenzverwalter der "FR", Frank Schmitt, hatte dem widersprochen. 

Akbay will laut dpa die "FR" als deutschsprachige und überregionale Zeitung mit einem eigenen Druckhaus fortführen. Er sehe eine wirtschaftliche Grundlage dafür, die "FR" mit "mutigem Journalismus" als landesweit bedeutende Zeitung zu erhalten. Sein Plan sehe vor, in der Redaktion etwa 100 Stellen zu erhalten, sagte Akbay. Interessant sei auch das Onlinegeschäft der Zeitung. Auf künftige Gehälter angesprochen sagte er, er kenne die deutsche Tarifstruktur. "In der Türkei wird auch nicht mehr schlecht gezahlt." Für die Druckerei werde der Stellenplan von der Auftragslage abhängen, sagte Akbay weiter. Dort könnten nach seinen Vorstellungen zunächst die "FR" und seine dann in Deutschland erscheinende türkische Tageszeitung "Sözcü" gedruckt werden. Sie soll mit einer Startauflage von 20.000 bis 30.000 Exemplaren auf den Markt kommen. Er sei überzeugt, dass die Druckerei frühere Kunden zurückgewinnen könne, sagte Akbay.

Der Verleger ist Inhaber des türkischen Verlags- und Druckereihauses Estetik Yayincilik, das die regierungskritische "Sözcü" herausgibt. Er kenne das Zeitung- und Druckereigeschäft, sagte Akbay über Äußerungen aus Frankfurt, sein Angebot sei zu niedrig und nicht tragbar. Er setze auf den Erhalt des unabhängigen Unternehmens. "Ich glaube nicht, dass die Frankfurter ein Kartell wollen", erklärte er gegenüber der dpa.

Neben dem Türken hat auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") Interesse an der angeschlagenen Traditionszeitung gezeigt. Derzeit prüft das Bundeskartellamt eine mögliche Übernahme der "FR" durch die "FAZ".

Der aktuelle "Focus" berichtet, dass die "FR" auch nach einer möglichen Übernahme durch die konservative "FAZ" bei ihrer politischen Ausrichtung bleiben würde. Zudem werde darüber nachgedacht, dass Tabloid-Format abzuschaffen. Ob die bei der "Berliner Zeitung" angesiedelte Redaktionsgemeinschaft weiter den Mantel liefere, werde geprüft. Das bundesweite Erscheinen sei weiterhin eine Option. Der "Focus" will das aus dem "FAZ"-Verlagsmanagement erfahren haben.

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