1.000 Beschäftigte sind betroffen: Prinovis will Tiefdruckstandort Itzehoe schließen

 

Die Bertelsmann-Unternehmensgruppe Prinovis will ihren Tiefdruckstandort Itzehoe in der zweiten Jahreshälfte 2014 schließen. Das Board von Prinovis genehmigte am Mittwoch einen Antrag des Prinovis-Managements, mit den Arbeitnehmervertretern entsprechende Verhandlungen zu führen. Betroffen sind rund 750 Prinovis-Mitarbeiter und etwa 250 Leiharbeitskräfte.

Die Bertelsmann-Unternehmensgruppe Prinovis will ihren Tiefdruckstandort Itzehoe in der zweiten Jahreshälfte 2014 schließen. Das Board von Prinovis genehmigte am Mittwoch einen Antrag des Prinovis-Managements, mit den Arbeitnehmervertretern entsprechende Verhandlungen zu führen. Betroffen sind rund 750 Prinovis-Mitarbeiter und etwa 250 Leiharbeitskräfte.

Durch die Standortschließung können vor allem Fixkosten reduziert werden. So geht Prinovis von nachhaltigen Einsparungen in Höhe von rund 20 Mio Euro aus. Die aufzuwendenden Restrukturierungskosten belaufen sich laut Mitteilung auf einen mittleren zweistelligen Mio-Euro-Betrag.

Der Standort Itzehoe wurde ausgewählt, weil er im Vergleich zu anderen Prinovis-Betrieben deutlich geringere Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Personalkostenstrukturen und Effizienz des Maschinenparks habe. Das führe zu den insgesamt höchsten Stückkosten aller Prinovis-Standorte. Auf die kommenden kommenden Jahre geschaut, weise Itzehoe ein ansteigend negatives Betriebsergebnis in Millionenhöhe und einen negativen Cashflow auf.

"Die Entscheidung, den Standort Itzehoe und damit eine der großen deutschen Traditionsdruckereien schließen zu wollen, ist uns sehr schwer gefallen", sagt Bertram Stausberg, CEO der Prinovis Ltd. & Co. KG. "Es ist jedoch die Aufgabe des Prinovis-Managements, das Wohl der gesamten Gruppe im Auge zu haben, und als Resultat daraus mussten wir diese schmerzhafte unternehmerische Entscheidung treffen."

Itzehoe verfüge unter allen Prinovis-Betrieben über die mit Abstand schlechteste Prognose, so Stausberg. Mit der geplanten Schließung wolle das Management die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der verbleibenden deutschen Druckereien und damit der gesamten Prinovis-Gruppe gewährleisten.

"Wir werden nun in partnerschaftliche Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern eintreten und hoffen, den notwendigen Interessensausgleich und den Sozialplan zügig und fair verhandeln zu können, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Itzehoe schnellstmöglich Gewissheit über Rahmenbedingungen und den weiteren Ablauf bekommen", so Stausberg.

Prinovis betreibt Produktionsstandorte in Ahrensburg, Dresden, Itzehoe, Liverpool und Nürnberg und beschäftigt rund 3.800 Mitarbeiter. Axel Springer hält 25,1% der Anteile am Unternehmen.

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