Marken-Oscars in München vergeben: Harald Schmidt rechnet auf Best-Brands-Gala mit Sat.1 ab

 

Zehn Jahre Best Brands - und im Bayerischen Hof die deutsche Wirtschaftselite: Ein Traumpublikum für den Sky-Entertainer Harald Schmidt, der durch die Gala führte und mit Spott über seinen Altarbeitgeber nicht geizte. Über sein Aus bei Sat.1 sagte er: "Als Moderator war das vielleicht unschön, für mich als Aktionär war es sensationell. Noch besser wäre es aber gelaufen, wenn man Johannes B. Kerner früher rausgeworfen hätte."

Zehn Jahre Best Brands - und im Bayerischen Hof die deutsche Wirtschaftselite: Ein Traumpublikum für den Sky-Entertainer Harald Schmidt, der durch die Gala führte und mit Spott über seinen Altarbeitgeber nicht geizte. Über sein Aus bei Sat.1 sagte er: "Als Moderator war das vielleicht unschön, für mich als Aktionär war es sensationell. Noch besser wäre es aber gelaufen, wenn man Johannes B. Kerner früher rausgeworfen hätte."

Schmidt spielte auf die Tatsache an, dass ProSiebenSat.1-Boss Thomas Ebeling aktuell ein privates Aktienpaket im Wert von 7,5 Millionen Euro abgestoßen hatte und sich die Verkaufsgerüchte mehren. Auf der festlichen Jubiläumsfeier des deutschen Marken-Rankings fehlte Ebeling und ließ sich als Laudator von SevenOne-Geschäftsführer Thomas Wagner vertreten. "Vermutlich feiert er im familiären Rahmen", scherzte Schmidt über seinen ehemaligen obersten Dienstherrn Ebeling.

Breitseiten gegen den ehemaligen Brötchengeber

Später ließ er noch eine derbe Sofakartoffel-Mainzelmännchen-Karikatur einspielen, die auf die avisierte Zielgruppe von Sat.1 Gold anspielen sollte - kombiniert mit dem von Harald Schmidt verfremdeten Senderclaim "Sat.1 - Wenn die anderen feiern". 

Allerdings nahm sich Dirty Harry, dem ein größeres Publikum offensichtlich mal wieder gut tat, selbst beim Branchen-Levitenlesen nicht aus. "Kult im Fernsehen - und ich weiß wovon ich spreche - heißt: keine Zuschauer!", sagte er. 

Marken-Gala - ohne Schleichwerbeverdacht

Eigentlicher Anlass seiner Verpflichtung war dann allerdings doch die Moderation des bedeutsamen Marken-Wetteiferns, bei der über Erfolg und Preis-Würde bekanntlich nicht etwa ein Jury, sondern tatsächlich die Konsumenten selbst entscheiden. Die GfK wertet dazu harte (Verkaufserfolg) und weichere Fakten (Sympathiewerte) aus. Ausgerichtet wird das Best-Brands-Ranking von der Serviceplan-Gruppe, der GfK, ProSiebenSat.1, der "WiWo", dem Markenverband, Neuzugang Ströer und iq Media - und das nun schon seit einer Dekade.

Für Schmidt bot die Anwesenheit der in Deutschland führenden Werbungtreibenden dabei Gelegenheit für vermutlich eine der letzten Seitenhiebe auf Thomas Gottschalk und die Schleichwerbegerüchte um Dolce-Media-Vereinbarungen. "Ich kann alle 20 Sekunden einen tollen Markennamen nennen", wandte Schmidt sich ans Publikm, "ohne dass Sie gleich Geld an meinen Bruder überweisen müssen."

Amazon siegt als Unternehmensmarke, Nivea als Produktmarke

Als "Beste Unternehmensmarke" wurde 2013 der Versandriese Amazon ausgezeichnet, der damit vor Volkswagen und Audi landete. Als "Beste Produktmarke" wurde Nivea geehrt. Ralph Gusko, Markenvorstand der Beiersdorf AG, nahm den Preis entgegen und schmückte seinen Dank mit Anekdoten darüber, wie viele Geschichten sich von der blauen Kosmetikdose als "Lebensbegleiter" erzählen lassen. Nivea ließ Apple und Lego hinter sich.

Wo Apple-Guru Steve Wozniak mit Nena tanzt

Etwas ungewöhnlicher wirkte die Kür von Samsung als "Beste Wachstumsmarke". Allerdings wurde damit die enorme Aufholleistung des koreanischen Riesen im Smartphone-Sektor gewürdigt. Apple-Gründer Steve Wozniak, der Ehrengast der Gala war und noch einmal im Schnelldurchlauf die Märchengeschichte vom Aufstieg aus der Bastlergarage erzählen durfte, musste dies schlucken. Dafür ließ er sich von einem Tänzchen mit Musik-Stargast Nena trösten. Praktisch, wenn man in der ersten Reihe sitzt. 

In der diesjährigen Sonderkategorie "Beste Sportmarke" siegte nicht allzu überraschend Adidas. Etwas verblüffender ist der Blick auf die Nach-Platzierten: Dort führt nämlich Jack Wolfskin vor Nike die Riege der Verfolger an. Puma landete nur auf Platz 5, Reebok sogar auf dem zehnten Platz.

Versöhnlicher Ausklang mit "Kreativposten"

Last but not least wurde Götz W. Werner als "Beste Unternehmermarke" geehrte. Hierfür gab das soziale Engagement des Gründers der Drogeriemarktkette dm den Ausschlag, sein Eintreten für einen Mindestlohn und die Tatsache, dass er seine Mitarbeiter nicht als bloße Kostenfaktoren, sondern als "Kreativposten" bezeichnet. Und damit endete ein langer Abend mit dem etwas bitteren Spötter Harald Schmidt doch noch versöhnlich.

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