Neue Standorte in Rio und der arabischen Welt: "Die Zeit" schließt Büros in Moskau und Istanbul

 

Die Wochenzeitung "Die Zeit" macht ihre Korrespondentenbüros in Moskau und Istanbul noch in diesem Jahr dicht. Das verriet Bernd Ulrich, Ressortleiter Politik und Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion, der "taz" (Samstagsausgabe).

Die Wochenzeitung "Die Zeit" macht ihre Korrespondentenbüros in Moskau und Istanbul noch in diesem Jahr dicht. Das verriet Bernd Ulrich, Ressortleiter Politik und Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion, der "taz" (Samstagsausgabe). Im Gegenzug werde die Redaktion dauerhaft in Lateinamerika und in der arabischen Welt vertreten sein. Zusätzliche Korrespondenten sollen allerdings nicht eingestellt werden.

Drei Redakteure behalten Russland im Blick

"Ich stehe dazu, dass wir nachhaltig arbeiten. Dazu gehört, dass wir nicht über Gebühr leben", so Ulrich. Seine Redaktion müsse deshalb "immer wieder hinterfragen, wo wir wirklich einen festen Mitarbeiter brauchen - und wo nicht". Russland sei unter Wladimir Putin "quasi eingefroren" und nur noch "eine Schein-Weltmacht". Seine Redaktion werde habe allerdings drei Redakteure beauftragt, Russland im Blick zu behalten. Sie würden immer wieder im Land sein, nur eben nicht mehr dauerhaft.

Eines der beiden neuen Büros soll in Rio de Janeiro eröffnet werden. "Das ist erst mal auf vier Jahre angelegt und der Versuch, Lateinamerika stärker ins Blatt zu rücken", sagte Ulrich. In Brasilien steht 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft an, 2016 Olympische Spiele. Das Büro für die arabische Welt soll in Kairo oder Beirut eingerichtet werden. Da dort eine Reporterin eingesetzt werde, sei mit Blick auf die Bewegungsfreiheit entscheidend, wie radikal sich in nächster Zeit der Islam an den beiden möglichen Standorten auspräge.

"Die Zeit" verkaufte im vierten Quartal 2012 durchschnittlich knapp 514.000 Exemplare pro Ausgabe - so viel wie noch zuvor. Das Abonnement legte im vergangenen Quartal im Vorjahresvergleich um 3,4% zu. Insgesamt hat die Verlagsgruppe 2012 den bislang höchsten Umsatz ihrer Geschichte eingefahren (kress.de vom 1. Februar 2013).

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