Der türkische Verleger Akbay im "Tagesspiegel": "Unser Ziel ist es, dass die 'Rundschau' am Leben bleibt"

11.02.2013
 

Der türkische Verleger Burak Akbay will die "Rundschau" retten. Vergangene Woche hielt er sich in Berlin auf, um seine Chancen auszuloten, dabei soll er auch Brigitte Fehrle getroffen haben, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Fehrle ist Chefredakteurin der "Berliner Zeitung" und Leiterin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft, die den gemeinsamen Mantel für "Berliner Zeitung" und "FR" produziert. 

Der türkische Verleger Burak Akbay will die "Rundschau" retten. Vergangene Woche hielt er sich in Berlin auf, um seine Chancen auszuloten, dabei soll er auch Brigitte Fehrle getroffen haben, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Fehrle ist Chefredakteurin der "Berliner Zeitung" und Leiterin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft, die den gemeinsamen Mantel für "Berliner Zeitung" und "FR" produziert. 

In dem Porträt von "Tagesspiegel"-Autorin Sonja Pohlmann über Akbay heißt es: "Von so etwas wie einer Redaktionsgemeinschaft hat Akbay vorher nie gehört." Er kenne aber die Zeitungsbranche, sein Vater sei Journalist gewesen, er selbst sei mit 25 Jahren ins Druckgeschäft eingestiegen und habe das Druck- und Verlagshaus Estetik Yayincilik mit Sitz in Istanbul gegründet. Ursprünglich habe Akbay in Deutschland eine Druckerei für seine Zeitung "Sözcü" finden wollen, die er an den Kiosk bringen möchte. Dabei soll ihm die Idee gekommen sein, das insolvente Druck- und Verlagshaus in Frankfurt zu kaufen.

"Die 'Rundschau' ist eine tolle Marke, die lange am Markt ist und einen guten Stamm an Abonnenten hat - unser Ziel ist es, das die 'Rundschau' am Leben bleibt", sagt Akbay im Gespräch mit dem "Tagesspiegel". Er soll dabei überzeugend gewirkt haben. "FR"-Insolvenzverwalter Frank Schmitt hatte zuvor ein erstes Angebot des Türken als "zu niedrig" und "nicht akzeptabel" bezeichnet. Über die Reaktion des Insolvenzverwalters ist Akbay verwundert: "Ich bin zweimal in Deutschland gewesen, habe um die 20 Stunden mit den Anwälten gesprochen. Wieso hat mir nicht dabei schon jemand gesagt, dass mein Angebot den Formalitäten nicht entspricht?" Wie viel er für die "Rundschau" geboten hat und wie genau sein Konzept für die Zukunft der Zeitung aussieht, sagt er dem "Tagesspiegel" nicht. Nur, dass er in der Redaktion etwa 100 Stellen erhalten wolle und auch die Druckerei übernehmen möchte.

Akbay will nun in dieser Woche ein nachgebessertes Angebot nachreichen (kress.de vom 6. Februar 2013). Neben dem Türken hat auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") Interesse an der angeschlagenen Traditionszeitung gezeigt. Derzeit prüft das Bundeskartellamt eine mögliche Übernahme der "FR" durch die "FAZ". Bis Ende Februar muss eine Lösung in Sachen "FR" gefunden werden.

Ihre Kommentare
Kopf

Theodor Fruendt

11.02.2013
!

Es braucht Leute wie Akbay weil einer von Friede's Milliardenerben, ja der selbsternannte journalistische Muezzin der Nation, der immer das Ende der Tageszeitungen verkündet und so die ehrenwerten teutschen Verleger vom Investitionszwang befreite, - die seitdem nur noch wie das Kaninchen auf die Schlange (Internet) starren, mit den urigsten Kapriolen Google verteufeln. Klar hat das den Vorteil Leute en masse ohne Not loszuwerden aber dann weiter von einer „Presse-GEZ“ Idee zu träumen ist lustig


christopher b.

12.02.2013
!

ich geh mal davon aus, daß ein türkischer verleger mit diesem (eventuellen) kauf andere interessen verfolgt, als eine seit mehr als 10 jahren defizitäre und daher zuschußbedürftige tageszeitung am leben zu erhalten.

die zurückgehenden verkaufszahlen, die wegbröckelnden aboverträge sowie die abnehmenden anzeigeerlöse dürften ja auch ihm nicht verborgen geblieben sein.


gast

12.02.2013
!

klar hat er andere interessen: die Druckerei. Das sagt er ja auch klar. Mit ihm ist die Chance auf Frankfurter Meinungsvielfalt viel größer als in einem FAZ/NP/FR-Projekt. Solche Projekte machen Verleger und -controller nicht mutiger - siehe Aachen, siehe WAZ-Gruppe.


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