Lutz Marmor sauer auf Kabel Deutschland: Verschlechterung des Angebots "unnötig und unverständlich"

12.02.2013
 

Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat nach Angaben des NDR begonnen, einzelne Dritte Programme aus seinem Angebot auszuspeisen. Betroffen seien u. a. die Regionalmagazine im NDR Fernsehen.

Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat nach Angaben des NDR begonnen, einzelne Dritte Programme aus seinem Angebot auszuspeisen. Betroffen seien u. a. die Regionalmagazine im NDR Fernsehen: Bisher waren z. B. in Hamburg auch die Sendungen für Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern via KD-Kabel zu empfangen - damit soll ab diesem Dienstag offenbar Schluss sein, wie der NDR am Dienstag mitteilte. Gleiches soll auch für Menschen gelten, die im Hamburger Umland wohnen und dort künftig das "Hamburg Journal" wohl nicht mehr über KD-Kabel sehen könnten. Außerdem habe KD angekündigt, einseitig die bislang gute technische Qualität der digital übertragenen öffentlich-rechtlichen Programme im Kabel zu reduzieren.

NDR-Intendant Lutz Marmor bezeichnete die Maßnahmen am Dienstag als "ebenso unnötig wie unverständlich". Die "Verschlechterung des Angebots durch Kabel Deutschland" sei "wenig kundenfreundlich".  Laut Marmor "sollen hier die Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Not in einen Rechtsstreit hineingezogen werden". Der Schritt erscheine umso unverständlicher, da die ARD mit Kabel Deutschland in Gesprächen über eine Lösung des Konflikts sei. Und Marmor weist ausdrücklich daraufhin, dass die Kunden ja schließlich auch alternative Empfangsmöglichkeiten wie Satellit, DVB-T und Fernsehen via Internet sowie mancherorts auch konkurrierende Kabelanbieter hätten.

NDR Intendant Marmor appelliert an Kabel Deutschland, die angekündigten Maßnahmen zu überdenken bzw. rückgängig zu machen. "Wir stellen Kabel Deutschland wie allen anderen Netzbetreibern unsere Programme nach wie vor in bester technischer Qualität zur Verfügung. Kabel Deutschland sollte sie im Interesse ihrer Kunden vollständig einspeisen."

Manuel Cubero, Mitglied des Vorstands der Kabel Deutschland Holding AG, hatte die Maßnahmen Anfang des Jahres so begründet: "Alle öffentlich-rechtlichen Programme werden weiter übertragen. Es entfallen lediglich Zusatzleistungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen." Man habe sich intensiv bemüht, sich mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu einigen. Ohne Erfolg. "Es ist unverständlich, dass ARD und ZDF für die Versorgung von knapp der Hälfte der Fernsehhaushalte keine Entgelte mehr entrichten wollen, obwohl sie für den Signaltransport an Satellit und DVB-T und für das IP-Streaming im Internet bezahlen", sagte Cubero.

Ihre Kommentare
Kopf

Hartmut Schwensen

12.02.2013
!

Von mir aus dürfen Sie alles verschlüsseln, dann könnte auch die illegale Zwangssteuer "Rundfunkbeitrag" weggfallen. Für die Einsparung der Zwangssteuer könnte man sich sinnvollere mediale Dienste leisten.


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