VHB streicht 80 von 813 Stellen: Geschäftsführerin Marianne Dölz geht

 

Marianne Dölz (Foto) trennt sich "im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Gesellschafter und den Verlagskollegen" von der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB). Sie möchte sich neuen Aufgaben zuwenden, teilt die VHB am Freitag mit. Dölz kam im Herbst 2009 als Geschäftsführerin zur VHB und war dort in erster Linie für die Leitung der iq media marketing gmbh zuständig.

Marianne Dölz (Foto) trennt sich "im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Gesellschafter und den Verlagskollegen" von der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB). Sie möchte sich neuen Aufgaben zuwenden, teilt die VHB am Freitag mit. Dölz kam im Herbst 2009 als Geschäftsführerin zur VHB und war dort in erster Linie für die Leitung der iq media marketing gmbh zuständig.

Die Führung der iq media marketing gmbh liegt künftig bei den bisherigen Co-Geschäftsführern Christian Herp und Franjo Martinovic sowie kommissarisch bei Kai Ladwig. Alle drei berichten direkt an Gabor Steingart, VHB-Geschäftsführer. Die Printvermarktung werde laut Mitteilung in Kürze durch einen "in der Medienszene weithin bekannten und respektierten Anzeigenexperten" verstärkt.

Dölz sei es gelungen, bedeutende Partner für die iq media zu gewinnen, sagt Verleger Dieter von Holtzbrinck: Die "FAZ", die "Süddeutsche Zeitung" und "Die Zeit" zählen zum Gesellschafter- und Kundenkreis (kress.de vom 7. November 2012). Dölz habe auch die Gesellschafter des TV-Senders N24 davon überzeugen können, die Vermarktung der iq media anzuvertrauen, so Dieter von Holtzbrinck. "Die neu errichtete TV-Verkaufsorganisation übertraf bereits im ersten Jahr ihres Bestehens die Zielvorgaben des Kunden."

Personalabbau bei der VHB

Doch nicht nur Dölz geht: Rund 80 von 813 Mitarbeiter und damit knapp 10% der Belegschaft müssen das Unternehmen verlassen. Mit den Entlassungen sollen Hierarchien in der kaufmännischen Verwaltung abgebaut und Arbeitsabläufe vereinfacht werden. Der Stellenabbau soll bestmöglich sozial gestaltet werden, versicherte die VHB in einer Mitteilung.

12 Führungskräfte werden im Zuge der Vereinfachung von Strukturen das Haus verlassen und mittlere sowie untere Führungsebenen stark reduziert. Die Gespräche mit dem Betriebsrat wurden seitens des Verlegers Dieter von Holtzbrinck und den Geschäftsführern Jörg Mertens, Claudia Michalski und Gabor Steingart bereits aufgenommen.

Handelsblatt-Gruppe investiert in neue Print- und Digitalangebote

Bei der VHB wird nicht nur gespart: Zum Start der Initiative "Neustart 2013" investiert das Unternehmen in neue Digitalprodukte, das Handelsblatt Research Institute, zusätzliche Veranstaltungsformate und Kommunikationsangebote .

Anfang März startet die Vermarktung der dreimal täglich erscheinenden digitalen Tageszeitung auf dem iPad: "Handelsblatt Live". Die technische Freigabe der iPad-App durch Apple ist vor wenigen Tagen erfolgt. Ab dem 26. Februar wird die Bezahl-App im Echtzeitbetrieb getestet und am 4. März für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Die Einführungskampagne unter dem Claim "Journalismus für eine neue Generation" wird mit einem Brutto Anzeigenwert von über 2,5 Mio Euro auf diversen Webseiten und in den Zeitungen und Zeitschriften von Springer-Verlag, Spiegel-Verlag und Holtzbrinck-Gruppe geschaltet. Den Launch der App begleiten Werbekunden wie die Deutschen Bank und Vodafone.

Außerdem hat das zum 1. Januar gestartete Research Institute unter Führung von Professor Bert Rürup (Präsident) und "Handelsblatt"-Chefökonom Dirk Heilmann (Managing Director) erste Kunden aus der Finanz- und Gesundheitsbranche gewonnen. Das Institut soll bereits im ersten Jahr seines Bestehens rentabel arbeiten.

Zielgruppenspezifische Paket-Angebote und journalistische Finanzprodukte

Mitte 2013 wird die VHB erstmals zielgruppenspezifische Paket-Angebote für Beratungsorganisationen (Wirtschafts-, Steuer- und Unternehmensberater, Anwaltskanzleien) und für industrielle Mittelstandsunternehmen auf den Markt bringen. Zudem kündigt die VHB für 2013 neue journalistische Finanzprodukte für eine jüngere Zielgruppe und E-Commerce-Angebote an, die zurzeit in der Tochtergesellschaft VHB ventures entwickelt werden.

"Wir verstehen uns nicht mehr nur als klassisches Verlagshaus, sondern als Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstandes", sagt VHB-Geschäftsführer Gabor Steingart. "Dieser erweiterte Medienbegriff ermöglicht die Expansion in neue Journalismus nahe Geschäftsfelder jenseits der traditionellen Printprodukte des Hauses."

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