Laut "Focus": Keine Hinweise auf Hacker-Angriffe auf das PeerBlog

16.02.2013
 

Das PeerBlog, die dubiose Unterstützerseite für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, musste offenbar nicht wegen Hacker-Angriffen vom Netz genommen werden. Dies meldet der "Focus" vorab und beruft sich dabei auf das Internetunternehmen Strato, das keine Auffälligkeiten habe feststellen können.

Das PeerBlog, die dubiose Unterstützerseite für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, musste offenbar nicht wegen Hacker-Angriffen vom Netz genommen werden. Dies berichtet der "Focus" vorab und beruft sich dabei auf das Internetunternehmen Strato, das keine Auffälligkeiten habe feststellen können. Auf den Servern von Strato lief die Seite "peerblog.de".

Man habe Alarmsysteme im Einsatz, die auffälligen Datenverkehr gemeldet hätten, so Strato-Sprecher Lars Gurow gegenüber dem "Focus". Außerdem verfüge sein Unternehmen über Mittel, um eine attackierte Seite im Netz zu halten. Das Abwehren von Attacken gehöre zum Tagesgeschäft, so Gurow. Strato sei jedoch nicht um Hilfe gebeten worden.

Vieles deutet dem "Focus" zufolge darauf hin, dass der Hacker-Angriff einen willkommenen Anlass bot, um das Projekt zu beenden. Aus dem Willy-Brandt-Haus soll es starken Druck gegeben haben, die Seite aufzugeben. Die Betreiber um den früheren "Focus"-Redakteur Karl-Heinz Steinkühler hatten dem "Focus" zufolge zunächst beklagt, ihre Plattform sei "brachial zerstört" worden und angekündigt, juristische Schritte zu prüfen. Auf Anfrage habe Steinkühler gegenüber dem "Focus" jedoch eingeräumt, er habe keine Strafanzeige gestellt. Kritiker von PeerBlog hatten gefordert, die bislang anonymen Financiers der Webseite zu nennen.

Der Bundestag prüft nun laut "Focus" die Rechtmäßigkeit der Seite im Sinne des Parteiengesetzes. Dabei untersucht er auch, ob Steinbrück den geldwerten Vorteil eines Wahlkampfblogs als Spende veröffentlichen muss.

"Journalisten erfolgreich an der Nase herumgeführt"

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet am Samstag über das PeerBlog, mit dem der SPD-Kanzlerkandidat nach amerikanischem Vorbild im Internet unterstützt werden sollte. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs sagte der Zeitung, dass der Hacker-Angriff auf das PeerBlog ihrer Einschätzungen nach nur eine Farce gewesen sein dürfte. Damit sollte Steinbrück womöglich geschützt  und ihm ein glimpflicher Ausstieg aus dem intransparenten Projekt ermöglicht werden, so Kurz. Zudem sei es darum gegangen, Journalisten an der Nase herumzuführen. "Und das ist ja leider auch gelungen, wenn man sieht, dass viele Medien unkritisch den angeblichen Hacker-Angriff als Ursache für das Ende des Blogs vermeldet haben."

Constanze Kurz ist überzeugt, dass der "peerblog" noch im Netz wäre, wenn seine Macher das wirklich wollten. "Denn selbst wenn es einen Angriff gegeben hat, hätte man ihn abwehren können - durch den Zukauf von technischer Kapazität für ein paar Euro." So bleibe, wohin man schaue, nur Nebel, schreibt die "FAZ". Aus "peerblog" sei "peerfog" geworden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.