Erste Konsequenz aus der ARD-Doku: Amazon trennt sich von Sicherheitsdienst

18.02.2013
 

Amazon hatte angekündigt, den Vorwürfen der ARD-Doku über den Umgang mit Leiharbeitern in Deutschland nachzugehen. Nun zieht der Online-Händler erste Konsequenzen: Der umstrittene Sicherheitsdienst wird von seinen Aufgaben entbunden. Dies bestätigte eine Amazon-Sprecherin gegenüber "sueddeutsche.de".

Amazon hatte bereits angekündigt, den Vorwürfen der ARD-Doku über den Umgang mit Leiharbeitern in Deutschland nachzugehen. Nun zieht der Online-Versandhändler erste Konsequenzen: Der umstrittene Sicherheitsdienst wird von seinen Aufgaben entbunden. Dies bestätigte  Amazon-Sprecherin Christine Höger gegenüber "sueddeutsche.de". Man habe veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird. Höger weiter: "Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8.000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen mit denen wir arbeiten."

In dem am vergangenen Donnerstag ausgestrahlten ARD-Film "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" ist u.a. zu sehen, wie Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma die Leiharbeiter und das Film-Team bedrängen. 

"Historische Chance für Amazon"

Der zuständige Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft VerdiHeiner Reimann, richtet auf der Petitionsplattform Change.org indes einen Appell an das Unternehmen. In seiner Eingabe, aus der "sueddeutsche.de" zitiert, heißt es: "Amazon ist ein wichtiges Unternehmen im Versandhandel und die ARD-Reportage ist für Amazon und die Beschäftigten gemeinsam eine große Chance, ein Zeichen für die Rechte von Arbeitnehmern zu setzen. Amazon hat jetzt die historische Chance, sich als wirklich guter Arbeitgeber zu profilieren und die Arbeitsbedingungen in den Werken per Tarifvertrag abzusichern."

Am Wochenende hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern bei Amazon gefordert. "Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch." Von der Leyen drohte auch der Leiharbeitsfirma mit Lizenzentzug. "Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel", sagte sie der "WamS".

Die ARD-Doku vom vergangenen Donnerstagabend hat eine Empörungswelle ausgelöst, die nicht nur  die Amazon.de-Facebook-Seite trifft. Auch Berichte der "New York Times", "Washington Post" oder des britischen "Independent" sorgen für ein weltweites Echo, das Amazon in seinem Heimatmarkt weh tun dürfte.

Ihre Kommentare
Kopf

Kay Peters

18.02.2013
!

Ein erster Sündenbock ist schnell gefunden. Die wirklich Verantwortlichen bleiben aber in Ihren Positionen. Wird schon Gras drüber wachsen. Das Amazon sich zu einem guten Arbeitgeber wandelt wage ich zu bezweifeln.


AKS

19.02.2013
!

Noch lieber würde ich lesen, dass Amazon sich auch von demjenigen trennt, der diesen Sicherheitsdienst beauftragt hatte. Das nennt man, das Übel mit der WURZEL ausurotten...


René Schellbach

René Schellbach

Freier Journalist für Text - Foto - Layout

19.02.2013
!

Die Versandbranche muss sich warm anziehen. Kritische Journalisten werden weiter recherchieren. Tut Amazon mehr als ein paar Bauernopfer? Gibt es noch mehr schwarze Schafe? Amazon ist der größte Versender hierzulande. Dann folgen Ebay, Otto, Tchibo, Weltbild und Zalando.


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