"Frankfurter Rundschau": Auch Akbays neues Angebot reicht wohl nicht aus

20.02.2013
 

Der türkische Verleger Burak Akbay hat ein verbessertes Angebot für die "FR" gemacht. Doch auch das wird wohl nicht ausreichen, wie der "Tagesspiegel" erfahren haben will. Aus Kreisen der "FR" sei zu hören, dass Akbay nur "minimal" nachgebessert habe, Preis und Zahlungsmodalitäten seien weiterhin "nicht akzeptabel". 

"FR"-Insolvenzverwalter Frank Schmitt hat bestätigt, dass der türkische Verleger Burak Akbay ein verbessertes Angebot gemacht hat (kress.de vom 19. Februar 2013). Doch auch das wird wohl nicht ausreichen, wie der "Tagesspiegel" erfahren haben will. Aus Kreisen der "FR" sei zu hören, dass auch Akbays neues Angebot nicht konkurrenzfähig sei. Er habe nur "minimal" nachgebessert, Preis und Zahlungsmodalitäten seien weiterhin "nicht akzeptabel". 

Akbay hatte vor rund drei Wochen eine Absichtserklärung zur Übernahme des Druck- und Verlagshauses Frankfurt vorgelegt. Insolvenzverwalter Schmitt bezeichnete diese damals als "unzureichend". Die Zahlungsmodalitäten seien inakzeptabel. Akbay plant, mit etwa 80 Mitarbeitern im Verlag und 30 in der Druckerei weiterzumachen. In der Druckerei möchte er seine Zeitung "Sözcü" für den deutschen Markt drucken lassen, die er in der Türkei mit seinem Verlag Estetik Yayincilik herausgibt.

Ali Gülen, Geschäftsführer von Akbays Verlag in Deutschland, wird im "Tagesspiegel" zitiert, dass auch das verbesserte Angebot nachgebessert werden könnte. Die Zeit drängt allerdings: Bis zum 28. Februar muss ein neuer Investor gefunden für die "FR" gefunden werden, dann läuft die Finanzierung durch die Gläubiger aus.

Das Bundeskartellamt prüft derzeit nach eigenen Angaben die mögliche Übernahme der "FR" durch die "FAZ", und auch Akbays Angebot. Zu einer möglichen "Sanierungsfusion" durch die FAZ kann es nur kommen, wenn es keinen ernsthaften alternativen Erwerber für die "FR" gibt. 

Betriebsrat sieht Akbay-Angebot ebenfalls sehr skeptisch

Marcel Bathis, der Betriebsratsvorsitzende des Druck- und Verlagshauses Frankfurt beurteilt das neue Angebot von Akbay ebenfalls als sehr skeptisch. "Das war bislang ein Strohhalm. Und es wird sich weiter als Strohhalm erweisen", so Bathis zu "hr-online". Die Chancen auf Erfolg würden bei maximal zwei bis drei Prozent liegen. "Herr Akbay müsste sein Angebot noch erheblich nachbessern und die Summe in einem Betrag zahlen."

Abfindung erst in ein paar Jahren?

Vom Verhalten der bisherigen Eigentümer zeigt sich Bathis enttäuscht: "Wir sind mit einem Tritt auf die Straße befördert worden und bekommen noch nicht einmal Almosen". Die "FR"-Mitarbeiter fühlten sich gedemütigt  - man sei verbittert.

200 Beschäftigte des Druck- und Verlagshauses Frankfurt haben nach Angaben von verdi am Dienstag vor dem Verlagsgebäude der "FR" protestiert. Sie forderten von den Eignern, MDS und ddvg, zusätzliche Mittel für Abfindungen. Laut verdi sollen beide Gesellschafter nicht bereit sein, den Insolvenzsozialplan vorzufinanzieren. Wenn sich diese Haltung nicht ändert, werden die mehr als 400 von Entlassung betroffenen Beschäftigten die ohnehin geringen Abfindungen erst in mehreren Jahren erhalten", so verdi. Die Kündigungen sollen den Angaben zufolge in der kommenden Woche ausgesprochen werden.

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