WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus: "Die Menschen wollen eine stärkere lokale Ausrichtung"

 

Christian Nienhaus (Foto), 53, Thomas Ziegler und Manfred Braun sind zurzeit die Buhmänner der deutschen Zeitungsbranche. Kurzerhand haben die Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe die Redaktion der "Westfälischen Rundschau" entsorgt, ohne allerdings das Blatt einzustellen. Medienvielfalt oder Mogelpackung? 

Christian Nienhaus (Foto), 53, Thomas Ziegler und Manfred Braun sind zurzeit die Buhmänner der deutschen Zeitungsbranche. Kurzerhand haben die Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe die Redaktion der "Westfälischen Rundschau" entsorgt, ohne allerdings das Blatt einzustellen. Wie berichtet stopft nun der Content-Desk der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" den Mantelteil. Die Regionalteile befüllen Redaktionen des Schwestertitels "Westfalenpost", außerdem die Konkurrenz von "Ruhr Nachrichten", "Hellweger Anzeiger" und vom Märkischen Zeitungsverlag. Verwegen formulierte die Geschäftsführung, "damit die Medienvielfalt in dem Verbreitungsgebiet sicherzustellen". Die Öffentlichkeit hält das Ganze für eine Mogelpackung (kress.de vom 15. Januar 2013).

Tatsache ist, dass der WAZ-Konzern von seinem Zeitungsgeschäft abhängig ist. Mehr als eine halbe Mrd und somit jeder zweite Umsatz-Euro stammt laut aktuellsten Bilanzzahlen von 2011 aus dem hiesigen Tageszeitungsgeschäft. Der Umsatzanteil der "Elektronischen Medien" erreicht hingegen gerade mal peanuts-ähnliche 2,3 %. Christian Nienhaus hegt keinen Zweifel daran, dass das Geschäftsmodell der Zeitungen nach wie vor funktioniert: "Gerade bei lokalen und regionalen Inhalten ist die Position der Zeitungen sehr stark", sagt er gegenüber dem neuen kressreport 04/13 (EVT: 20. Februar). "Die Menschen wollen eine stärkere lokale Ausrichtung unserer Tageszeitungen." Die im Sommer 2012 verkündete und nun durch die Entlassungen bei der "Westfälischen Rundschau" konterkarierte Lokaloffensive soll bitteschön niemand für eine rein papiertigerhafte Behauptung halten.

Doch angesichts der angeblich 500 Mio Euro schweren und kreditfinanzierten Investition Petra Grotkamps, der Tochter des Verlagsgründers Jakob Funke, zur Aufstockung ihres Anteils am WAZ-Konzern auf 66,6 % im vergangenen Jahr schrumpft die Geduld mit Verlustbringern.

Das vollständige Konzernporträt finden Abonnenten exklusiv im neuen kressreport 04/13 (EVT: 20. Februar).

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