Sparmaßnahmen: Intendant Bellut will ZDFkultur abschaffen

 

ZDF-Intendant Thomas Bellut will den Digitalkanal ZDFkultur in seiner jetzigen Form einstellen. Diesen Vorschlag wird er dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern unterbreiten, teilt das ZDF am Freitag mit. Die von der Politik geforderte Beitragsstabilität zwinge den Sender zu Sparmaßnahmen, so Bellut. Außerdem werden Redaktionen zusammengelegt. 

ZDF-Intendant Thomas Bellut will den Digitalkanal ZDFkultur in seiner jetzigen Form einstellen. Diesen Vorschlag wird er dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern unterbreiten, teilt das ZDF am Freitag mit. Die von der Politik geforderte Beitragsstabilität zwinge den Sender zu Sparmaßnahmen, so Bellut.

Der Sender solle - bis zur endgültigen Entscheidung der Bundesländer - so schnell wie möglich auf ein Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden. Die "anerkannt innovativen Programmformate" sollen von ZDFneo und 3sat übernommen werden. Auf ZDFkultur lief u.a. die Sendung  "Roche & Böhmermann" mit den Moderatoren Charlotte Roche und Jan Böhmermann (kress.de vom 28. Januar 2013).

Plattformredaktionen werden geschaffen

Außerdem wurde beschlossen, weitere Plattformredaktionen zu schaffen, um Kompetenzen im Sender weiter zu bündeln und damit Synergien zu erhöhen, wie es in der Mitteilung heißt. Die bislang von Guido Knopp geleitete Redaktion Zeitgeschichte wird mit der Redaktion, die "Terra X" produziert, zu einer Plattform Geschichte zusammengeführt. Die Service-Sendung "Volle Kanne - Service täglich" bildet künftig mit "Wiso" ebenfalls eine Plattformredaktion.

DJV fordert Erhalt journalistischer Arbeitsplätze

Nach der Ankündigung von Bellut, folgt die Reaktion des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) prompt. Der Verband fordert das ZDF auf, die aufgrund von KEF-Vorgaben unumgänglichen Sparmaßnahmen nicht zu Lasten journalistischer Arbeitsplätze umzusetzen.

"Die Akzeptanz des ZDF bei den Zuschauern hängt vom ausgewogenen Programm-Mix aus Unterhaltung und Information ab", sagt DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Der Informationsanteil des Programms darf nicht weiter zurückgefahren werden."

Unumstritten sei die Absicht von Intendant Bellut, jüngere Zielgruppen für das ZDF zu gewinnen. Als Einstieg könnten Spartenkanäle das richtige Mittel sein, um junge Leute an den Sender zu binden. Wie im Hauptprogramm gelte auch hier: "Ohne journalistische Qualität geht's nicht."

Ihre Kommentare
Kopf
Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

22.02.2013
!

Na, dann würde ja der vom SWR angestrebten Zusammenlegung von EinsPlus und ZDFkultur zu einem gemeinsamen "Jugendkanal" eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Ob sich das ZDF jetzt noch gegen diese Idee sperrt?


Wieland Aschinger

22.02.2013
!

Dieser Sender *ist* ein Wiederholungs- und Schleifenkanal für verstaubte Schlagershows und 80er-Jahre-Vorabendserien. Allein vormittägliche Wiederholung der "kulturzeit" von 3sat rechtfertigt auch nicht den Sendernamen.


Ralf E. Hansen

Ralf E. Hansen

Medienconsulter
Consulter Medien & Entertainment

22.02.2013
!

ein öffentlich rechtlicher Jugendkanal ist ein steter Treppenwitz. Die Idee wird immer wieder nur dann geboren, wenn Geld übrig ist und um sich zu alimentieren......


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

22.02.2013
!

@Ralf E. Hansen: In diesem Fall könnte sogar Geld gespart werden. Diverse Ressourcen wie das neue "E-Lab" in Baden-Baden und passende Sendereihen gibt's ohnehin schon:
http://www.swr.de/unternehmen/presse/eroeffnung-e-lab-studio/-/id=4224/nid=4224/did=10649428/yo7r1p/index.html
Der Output ist dort auch von Vornherein nicht auf lineares TV beschränkt, sondern kann multimedial genutzt werden.


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