Sozialplan mit Härtefonds und Transfergesellschaft: G+J einigt sich mit Wirtschaftsmedien-Mitarbeitern

25.02.2013
 

Julia Jäkel freut sich, "dass es uns gelungen ist, so schnell eine gute Einigung zu erzielen". An diesem Samstag haben sich die Verhandlungspartner von Gruner + Jahr und die Vertreter des Gesamtbetriebsrats der Wirtschaftsmedien auf einen Sozialplan verständigt.

Julia Jäkel freut sich, "dass es uns gelungen ist, so schnell eine gute Einigung zu erzielen". An diesem Samstag haben sich die Verhandlungspartner von Gruner + Jahr und die Vertreter des Gesamtbetriebsrats der Wirtschaftsmedien auf einen Sozialplan verständigt. Die Einigung erfolgte "im Verhandlungsweg und ohne Schiedsspruch" (kress.de vom 18. Februar 2013). 

Der Sozialplan sieht so aus, dass die Mitarbeiter eine Abfindung von einem halben Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr erhalten, und ein weiteres halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr bei Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage.

Darüber hinaus wird eine Transfergesellschaft eingerichtet, die über zehn Monate besteht. Diese soll interessierte Mitarbeiter weiterqualifizieren und ihnen die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtern. Eine Verlängerung der Verweildauer in der Transfergesellschaft auf insgesamt zwölf Monate ist möglich.

Außerdem gibt es einen Härtefonds. Einlage: 4 Mio Euro. Mit dem Geld sollen Mitarbeiter individuell finanziell unterstützt werden, die sich beispielsweise  wegen Unterhaltspflichten, einer Schwerbehinderung, oder auch aufgrund der durchgängig schwierigen Arbeitsmarktsituation in einer besonderen Härtesituation befinden. Eine aus Verlag und Betriebsräten paritätisch besetzte Kommission werde die Leistungen aus dem Fonds in jedem Einzelfall für die Mitarbeiter festlegen, heißt es bei G+J.

Für die studentischen Aushilfen sei mit dem Betriebsrat eine Teilvereinbarung getroffen worden: "Das Einkommen wurde für die Monate Dezember 2012 bis Februar 2013 gesichert. Ähnliche Absicherungen wurden individuell auch den freien Mitarbeitern angeboten."

Achim Twardy, G+J-Vorstand Finanzen, erklärte: "Der nun vorliegende Sozialplan ist in Verbindung mit dem ausgehandelten Härtefonds und der Transfergesellschaft, wie im November versprochen, eine faire und angemessene Lösung, um die Härten aus dem Arbeitsplatzverlust abzufedern."

Mit dieser Vereinbarung lebe Gruner + Jahr seine Verantwortung gegenüber den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so Vorstandsmitglied Julia Jäkel. Sie bedankt sich bei den Arbeitnehmervertretern "für die in der Sache robusten, aber in Umgang und Stil fairen und konstruktiven Verhandlungen."

Hintergrund: Nach den zuerst gescheiterten Sozialplanverhandlungen mussten die Gespräche zwischen dem G+J-Vorstand und den Arbeitnehmern mithilfe eines Mediators fortgesetzt werden. Die Einigungsstelle tagte erneut in der vergangenen Woche. 

Gruner+ Jahr hatte in den vergangenen Monaten seine Wirtschaftsmedien weitgehend abgewickelt. Die "Financial Times Deutschland" wurde eingestellt, das Monatsmagazin "Impulse" und das Anlegermagazin "Börse Online" verkauft. Nur die Magazine "Capital" und "Business Punk" verbleiben bei G+J - sie werden nach Berlin verlegt.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.