Sitcom läuft am 50-Jahre-Sendergeburtstag: ZDF feiert sich mit "Lerchenberg" selbst - im Nachtprogramm

 

Christoph Maria Herbst, Marianne & Michael und natürlich Thomas Gottschalk stehen beim ZDF auf der "Giftliste". Diese regelt nicht nur, dass mit diesen Stars nie wieder zusammengearbeitet werden soll. Die Pförtner haben sogar Anweisungen, sie vom Gelände auszusperren und bei Firmenfesten notfalls mit Körpereinsatz vom Buffet fern zu halten.

Christoph Maria Herbst, Marianne & Michael und natürlich Thomas Gottschalk stehen beim ZDF auf der "Giftliste". Diese regelt nicht nur, dass mit diesen Stars nie wieder zusammengearbeitet werden soll. Die Pförtner haben sogar Anweisungen, sie vom Gelände auszusperren und bei Firmenfesten notfalls mit Körpereinsatz vom Buffet fern zu halten.

Wer selbst einmal plant, beim Sender einzubrechen und sich Zugang zu den Geheimplänen der Redaktionen zu verschaffen, kann die Computer ganz einfach knacken. Auch die "Giftliste" ist mit dem offensichtlichen Standard-Passwort "Aktenzeichen XY" gesichert.

Das und noch viel mehr erfährt man in der nur oberflächlich fiktional wirkenden neuen Serie "Lerchenberg", die ihren Namen vom Sendergelände bezieht. Dort steht die ZDF-Hauptverwaltung, die Co-Hauptdarstellerin Eva Löbau als "diese Kaserne am Rande einer deutschen Kleinstadt" bezeichnet.

"Traumschiff"-Star Sascha Hahn arbeitet auf sein Comeback hin

Sie spielt - neben Sascha Hehn, der sich selbst verkörpert - eine Redakteurin der Abteilung "Kleines Fernsehspiel". Und in dieser Funktion hat sie die nicht wirklich dankbare Aufgabe, dem mittlerweile gealterten, zickigen Star, den die ZDF-Zuschauerinnen mit "Schwarzwaldklinik" und "Traumschiff" verbinden, ein TV-Comeback zu ermöglichen. 

Die erfrischend selbstironische Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ZDFneo, die von Lütje Schneider Hörl Film erstellt wurde (Buch und Regie: Felix Binder, Produzent: Florian Schneider), hat nun endlich einen Sendeplatz: Der Digitalsender wird am 30. und 31. März jeweils in Doppelprogrammierung die vier bislang erstellten Folgen erstausstrahlen. Das allerdings auf dem nicht gerade publikumsfreudigen Sendeplatz 23:15 Uhr.

Ein Geburtstagsgeschenk - reichlich spät überreicht

Die Ausstrahlung, so Senderchefin Simone Emmelius habe mit dem Osterfeiertag zu tun und der Tatsache, dass auch ZDFneo den 50. ZDF-Geburtstag am 31. März mitfeiert. "An solchen Tagen sehen die Zuschauer länger fern", versicherte sie. 

Im ZDF-Hauptprogramm folgt die Ausstrahlung der vier "Lerchenberg"-Folgen am 5. und 12. April. Hier sendet man auch spät, jedoch im etwas ansprechenderen Umfeld - nämlich jeweils um 23:00 Uhr direkt nach der "heute-show". 

Warum liebäugelt Wayne Carpendale mit einer Proktologen-Rolle?

Und was hat es nun mit der in der zweiten Episodenfolge "Ein Fall für zwei" prominent thematisierten Giftliste auf sich? Wie viele Namen sie aktuell enthält und wie oft sie aktualisiert wird, wollten die ZDF-Verantwortlichen bei der Vorstellung von "Lerchenberg" in München nicht verraten. "Als Klischee existiert sie auf jeden Fall", bestätigte Claudia Tronnier, Redaktionsleiterin Das Kleine Fernsehspiel, allerdings. "Und wir spielen mit Klischees."

Dies sollte Wayne Carpendale zu denken geben. Er ist in der "Lerchenberg"-Folge zu sehen, wie er im schicken Smoking vom ZDF-Pförtner über den Senderparkplatz gehetzt wird. Dabei hat er, wie man als Serienfan erfährt, eben erst eine "innovative neue Arztrolle" erhalten, wie "Wayne" selbst stolz erzählt. Er soll einen Proktologen spielen. Hoffentlich gerät bei so viel Ironie den Zuschauern mal nichts durcheinander.

Ihre Kommentare
Kopf

Lars

28.02.2013
!

Wann werden Medien-Journalisten verstehen, dass eine späte Sendezeit heutzutage keinen Makel mehr darstellt ? Klar "Nachtprogramm" oder sogar "Digitalsender" ist schön schlagzeilentauglich. Aber schöne Schlagzeilen zu machen, das ist etwas dünn. Verschiedene Sendungen haben verschiedene Zuschauer. Die gucken zu verschiedenen Zeiten am liebsten. Die alte Formel:

"Relevant Set + 20:15 = 1A / alles andere = schlecht"

trifft nicht mehr zu – seit Webstreaming & Mediathek schon gar nimmer.


AKS

28.02.2013
!

@Lars: Auch wenn eine späte Sendezeit möglicherweise keinen "Makel" mehr darstellt - so ist sie doch nicht convenient, um es mal so schön medien-neudeutsch auszudrücken... Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und die meisten Menschen stehen eher früher als später auf. Und haben auch selten die Zeit, in der Mediathek nachzuholen, was sie am Vorabend nicht mehr gucken konnten, weil's zu spät kam... So gesehen ist und bleibt 20:15 h nun mal die Primetime.


Lars

28.02.2013
!

Verschiedene Sendungen haben verschiedene Zuschauer. Die gucken zu verschiedenen Zeiten am liebsten.

Damit wollte ich sagen: Die Leute, die um 20:15 einschalten sind andere, als die, die um 18:15 gucken oder 22:15. Deshalb erwarten diese auch unterschiedliche Sendungen. Es ist sinnfrei, alles zur Primetime senden zu wollen, weil dann nicht die passenden Zuschauer vorm Gerät sitzen. Man muss dann senden, wenn die passenden Zuschauer da sind. Das ist mal um 20:15, mal 22:15 der Fall.


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