"Impulse"-Neustart in Hamburg-Hammerbrook: Nikolaus Förster schwimmt sich frei

 

Der Umzug ist vollzogen: Seit Mitte Februar herrscht bei "Impulse" Startup-Atmosphäre. Das Team um Chef Nikolaus Förster, das nun im Hamburger Stadtteil Hammerbrook seinen Sitz hat, hat sich nun fast ganz von G+J gelöst. Auf der Einweihungsfeier am Mittwochabend bekräftigte Förster,

Der Umzug ist vollzogen: Seit Mitte Februar herrscht bei "Impulse" Startup-Atmosphäre. Das Team um Chef Nikolaus Förster, das nun im Hamburger Stadtteil Hammerbrook seinen Sitz hat, hat sich nun fast ganz von G+J gelöst. Der Anzeigenverkauf läuft noch über G+J Media Sales, der Vertrieb über DPV. Auf der Einweihungsfeier am Mittwochabend bekräftigte Förster, sich künftig von etablierten Strategien großer Verlage verabschieden zu wollen.

Dazu zähle nicht nur, die Anzeigenpreise nach der Größe des Unternehmens zu staffeln, wie er bereits zu Anfang des Jahres deutlich gemacht und dabei die Kritik einiger Mediaagenturen und Verleger auf sich gezogen hatte, weil er dadurch Kunden bevorzugen würde. Mitarbeiterzahlen seien durchaus eine aussagekräftige Größe, betonte Förster. "Das hat mit Fairness zu tun - und mit der Chance, neue Kunden zu gewinnen."

Netzwerk statt Nippes

Außerdem werde "Impulse" künftig keine Aboprämien mehr anbieten. Statt Nippes gäbe es Netzwerk, so Förster. Es sei einer der ganz großen Fehler der Verlage, dass sie ihre Produkte zu lange selbst entwertet hätten. "Was Verleger selbstkritisch zugeben - dass sie zu lange eine Kostenloskultur im Internet gepflegt haben - gilt in gleichem Maß für Printprodukte. Wer glaubt, er könne Abonnenten nur noch ködern, indem er ein Magazin oder eine Zeitung mit austauschbaren Prämien versieht, entwertet das eigene Produkt. Und er stößt zudem treue Leser vor den Kopf", so Förster. Den Abonnenten werde stattdessen ermöglicht, an Netzwerktreffen teilzunehmen.

Ziel sei es, eine Premiumplatzierung für "Impulse" zu erreichen. Dafür wird fortan kräftig die Werbetrommel gerührt: Zum ersten Mal werde der Titel aktiv mit einer Kampagne beworben, die bereits am Donnerstag startet. Die Printkampagne (Mediavolumen liegt im sechsstelligen Bereich) zeigt Porträts von fünf Unternehmern, u.a. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Der Slogan dazu lautet "Was Unternehmer zu sagen haben, lesen Sie in impulse." Fotografiert und entwickelt wurde sie von der Hamburger Kreativagentur Werbewerkstatt GmbH.

Zu der Premiumstrategie gehört auch der Wechsel der Druckerei: Das Familienunternehmen Neef+Stumme premium printing GmbH & Co. KG aus Hamburg ist bereits für das aktuelle Heft beauftragt worden. "Impulse" wird ab sofort in hoher Papierqualität im Offset-Verfahren gedruckt, was der Haptik des Heftes sehr zugute kommt.

Keine einfache Finanzierung

Förster hatte Anfang des Jahres in einem Management Buy-out den Wirtschaftstitel von G+J abgekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, dennoch betonte Förster, dass es sich dabei um keinen symbolischen Kaufpreis gehandelt habe. Die Finanzierung sei nicht so einfach gewesen, gab er zu. Als Minderheitsgesellschafter ist der Hamburger Kaufmann Dirk Möhrle mit an Bord. Wie viel Prozent er an dem neu gegründeten Verlag, der Impulse Medien GmbH, hält, verrieten die beiden einzigen Gesellschafter nicht. "Wir sind frei von Medienkonzernen, Banken, Parteien und Verbänden. Und wir sind schuldenfrei. Eine bessere Ausgangsbasis ist kaum vorstellbar", sagte Möhrle. Ziel von Förster und Möhrle ist es, das Geschäftsfeld von "Impulse" so in ihren neuen Verlag zu übernehmen, wie es einst beim Großkonzern angesiedelt war und dazu neue Geschäftsfelder, beispielsweise im Bereich Konferenzen, aus- bzw. aufzubauen. "Wir haben keine Lust, alles so zu machen, wie es immer war - und der angeblichen Logik des Marktes zu folgen", so Förster. Man wolle den Beweis antreten, dass es in Deutschland nach wie vor einen Markt für unabhängigen Qualitätsjournalismus gebe.

Ihre Kommentare
Kopf

Roland

28.02.2013
!

Chapeau Herr Förster. Ich drücke Ihnen und Ihrem Team ganz fest die Daumen. Toll, zu was engagierte Mitarbeiter fähig sind, wenn diese sich vom Joch der Schönwetterkapitäne befreien können. Weiter so!


Rüdiger Straub

28.02.2013
!

Ich freue mich, dass Impulse leben darf. Wir brauchen engagierte, kompetente und hintergründige Wirtschaftsberichterstattung. Alles Gute, lieber Herr Förster.


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