"Nordkurier" beendet Mantelkooperation: Schumacher setzt auf eigene, lokale Berichte

28.02.2013
 

Der"Nordkurier" beendet die Mantelkooperation mit der "Schweriner Volkszeitung". Künftig will die norddeutsche Tageszeitung auf eigenständige Berichterstattung mit starken regionalen und lokalen Akzenten setzten. Die Rückbesinnung erfolge auf ausdrücklichen Wunsch der Leser, betont "Nordkurier"-Chefredakteur und Geschäftsführer Lutz Schumacher

Der"Nordkurier" beendet die Mantelkooperation mit der "Schweriner Volkszeitung". Künftig will die norddeutsche Tageszeitung auf eigenständige Berichterstattung mit starken regionalen und lokalen Akzenten setzten. Die Rückbesinnung erfolge auf ausdrücklichen Wunsch der Leserinnen und Leser, betont "Nordkurier"-Chefredakteur und Geschäftsführer Lutz Schumacher und kündigt an, die Redaktion deutlich aufzustocken.

Nach vier Jahren der Zusammenarbeit im Rahmen einer gemeinsamen Redaktionsfirma beenden "Nordkurier" und "Schweriner Volkszeitung" zur Jahresmitte das Projekt einer gemeinsamen überregionalen Berichterstattung. Dies sei die Konsequenz mehrerer Leserbefragungen in 2012, teilte die Verlagsgruppe Nordkurier mit. Demnach hätten Untersuchungen eine hohe Zufriedenheit der Nordkurier-Nutzer mit der lokalen Berichterstattung ergäben, zeigten jedoch deutliche Schwächen in den überregionalen Themen, bei der Landesberichterstattung und im Sport auf.

"Die Zukunft liegt in der Region"

"Nordkurier"-Chefredakteur Lutz Schumacher: "Die Zukunft der regionalen Tageszeitung liegt in der Region, der lokalen Umfelder und teilweise im Sublokalen. Das gilt für die gedruckte Zeitung wie für die digitalen Angebote. Fast alle großen nationalen und internationalen Themen haben lokale oder regionale Auswirkungen. Das wollen wir künftig stärker in den Mittelpunkt rücken. Der Auftrag hierzu kommt direkt von unseren Lesern, die uns monatelang Auskunft über ihre Vorlieben und Wünsche gegeben haben. Sie wollen verstehen, was in ihrer näheren Umgebung passiert und wie sich das Weltgeschehenauf ihr eigenes Leben auswirkt. Nur Redakteurinnen und Redakteure, die in der Region stark verankert sind, können das aufschreiben."

Schumacher baut Redaktion aus

Aus diesem Grund will die Verlagsgruppe ab Mitte des Jahres den "Nordkurier"-Mantel wieder vollständig selbst produzieren. Auch der Online-Auftritt der Tageszeitung soll bis dahin neu aufgesetzt werden. Schumacher kündigte deshalb an, die Redaktion von derzeit 106 auf rund 120 festangestellte Redakteurinnen und Redakteure auszubauen. In der Zahl sind die 14 Volontärinnen und Volontäre des Hauses nicht enthalten. Schumacher: "Diese Investition in die Qualität der Zeitung trägt daneben auch zur Meinungsvielfalt im nordöstlichsten Bundesland bei. Die Neuausrichtung der Verlagsgruppe und gutes Wirtschaften in den vergangenen Jahren machten diesen Schritt möglich."

Der "Nordkurier" erscheint im östlichen Mecklenburg, in Vorpommern und im Norden Brandenburgs. Die verbreitete Auflage von knapp 90.000 Exemplaren - verteilt auf 13 Lokalausgaben - erreicht nach Verlagsangaben rund 200.000 Leser pro Tag. Seit 1991 sind zu je einem Drittel die Verlage der Kieler Nachrichten, der Augsburger Allgemeinen und der Schwäbischen Zeitung Gesellschafter der Verlagsgruppe Nordkurier.

Ihre Kommentare
Kopf

Norman Thomas

28.02.2013
!

Nach dem aktuellen Fall der FR, hätte ich nicht gedacht, dass sich Zeitungen lohnen. Aber scheinbar (wenn hier Personal sogar eingestellt wird) scheint da doch was zu gehen, wenn man die richtige "Zielgruppe" hat.
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