Laut "Spiegel"-Bericht: Platzeck-Sprecher beschwerte sich beim rbb

 

Nach dem ZDF nun der rbb: Wie der "Spiegel" berichtet, hat sich der Sprecher von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck im vergangenen Mai über einen Fernsehbericht des öffentlich-rechtlichen Senders bei Chefredakteur Christoph Singelnstein beschwert, weil der Politiker darin "sehr ungehalten" auf eine Frage zum Flughafen-Desaster reagierte. Der Film wurde daraufhin umgeschnitten. 

Nach dem ZDF nun der rbb: Wie der "Spiegel" berichtet, hat sich der Sprecher von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck im vergangenen Mai über einen Fernsehbericht des öffentlich-rechtlichen Senders bei Chefredakteur Christoph Singelnstein beschwert, weil der Politiker darin "sehr ungehalten" auf eine Frage zum Flughafen-Desaster reagierte.

Eine Ausstrahlung wurde zwar nicht verhindert: In den frühen Regionalnachrichten wurde Platzecks Reaktion gezeigt, in der er von einem rbb-Redakteur am Rande eines öffentlichen Termins auf das Thema angesprochen wurde. Der Termin stand allerdings nicht mit dem Berliner Flughafen in Zusammenhang.

Mehrere Versuche der Einflussnahme

rbb-Chefredakteur Singelnstein bestätigte gegenüber dem "Spiegel" den Anruf des Sprechers und auch, dass der Film daraufhin umgeschnitten wurde. Platzeck habe sich in einer "Überfall-Situation" befunden, so dass in einer späteren Ausstrahlung die Reaktion des Ministerpräsidenten nicht mehr zu finden war. Der Sprecher des rbb-Redakteursausschusses, Lutz Oehmichen, erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin, dass es auch andere Einmischungsversuche der Politik gegeben habe. Bei Konflikten dieser Art versuche man innerhalb des Hauses zu vermitteln.

Der rbb reagierte noch einmal in einer Pressemitteilung auf den im "Spiegel geschilderten Fall: Dieser sei zwar kontrovers, aber sehr ausführlich und offen diskutiert worden, heißt es darin. Und weiter: "Der 'Spiegel' verschweigt dabei zum Beispiel wider besseres Wissen, dass der angeblich zensierte Beitrag unverändert auf den rbb-Seiten im Internet abrufbar blieb. Aus dieser Episode abzuleiten, die journalistische Unabhängigkeit des rbb oder seines Chefredakteurs Christoph Singelnstein sei gefährdet der gar eingeschränkt, ist ebenso unredlich wie falsch. Der rbb beweist in seinen sechs Radioprogrammen, seinem Fernsehprogramm und seinen Online-Aktivitäten tagtäglich seine Unabhängigkeit und Meinungsvielfalt. Das war so und das bleibt so."

Der Fall lässt Parallelen zu einem Vorfall im ZDF zu: Im Oktober 2012 war bekannt geworden, dass die CSU versucht habe, auf einen Bericht der "heute"-Redaktion Einfluss zu nehmen. Der CSU-Sprecher Michael Strepp trat daraufhin zurück (kress.de vom 25. Oktober 2012).

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