Redakteursausschuss ist sauer auf Chefredakteur: "Spiegel"-Bericht sorgt für Knatsch im rbb

 

Dicke Luft beim rbb: Der Redakteursausschuss ist sauer auf Chefredakteur Christoph Singelnstein. Er hatte in einem "Spiegel"-Bericht einen letztlich umgeschnittenen Fernsehbeitrag über Ministerpräsident Matthias Platzeck damit gerechtfertigt, dass sich dieser während des Interviews mit einem rbb-Mitarbeiter in einer "Überfall-Situation" befunden habe. Diese Darstellung weist das Gremium entschieden zurück

Dicke Luft beim rbb: Der Redakteursausschuss ist sauer auf Chefredakteur Christoph Singelnstein. Er hatte in einem "Spiegel"-Bericht einen letztlich umgeschnittenen Fernsehbeitrag über Ministerpräsident Matthias Platzeck damit gerechtfertigt, dass sich dieser während des Interviews mit einem rbb-Mitarbeiter in einer "Überfall-Situation" befunden habe. Diese Darstellung weist das Gremium entschieden zurück. 

In der Mitteilung, unterschrieben von Redakteursausschuss-Sprecher Lutz Oehmichen, heißt es: "In Verantwortung stehende Politiker auf aktuelle Fragen anzusprechen, gehört zum journalistischen Handwerk. Auch ohne 'Vorwarnung' und auch bei öffentlichen Terminen,  bei denen es um eventuell ganz andere Themen geht. Wir weisen daher auch entschieden den Vorwurf von Regierungssprecher Braune zurück, unser Kollege habe während des Interviews mit dem Ministerpräsidenten gegen den Pressekodex verstoßen.  Der Redakteursausschuss des rbb erwartet von einem Chefredakteur, dass er sich vor seine Mitarbeiter stellt und inhaltlicher Einflussnahme von außen ausnahmslos widersteht."

Der Fall sei intern mit Singelnstein besprochen worden, woraufhin dieser sowohl vor dem Redakteursausschuss als auch vor der Redaktion von "Brandenburg Aktuell" Fehler eingeräumt habe. Dass Singelnstein nun gegenüber dem "Spiegel" von einem Interview in einer "Überfall-Situation" spricht, scheint dem Redakteursausschuss übel aufgestoßen zu sein.

Zum Hintergrund: Im Mai vergangenen Jahres hat sich der Sprecher von Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck über einen Fernsehbericht des öffentlich-rechtlichen Senders bei Chefredakteur Singelnstein beschwert, weil der Politiker darin "sehr ungehalten" auf eine Frage zum Flughafen-Desaster reagierte (kress.de vom 11. März 2013).

In den frühen Regionalnachrichten wurde Platzecks Reaktion gezeigt, in der er von einem rbb-Redakteur am Rande eines öffentlichen Termins auf das Thema angesprochen wurde. Der Termin stand allerdings nicht mit dem Berliner Flughafen in Zusammenhang. Nach dem Anruf des Sprechers entschied Singelnstein den Beitrag umzuschneiden.

Ihre Kommentare
Kopf

Dr.Klaus Landfried

18.03.2013
!

Das Gehabe des Herrn MP Platzeck und anderer Regierungsmitglieder bei kritischen Berichten erinnert an frühere kaiserliche Majestäten.
Statt sich offen für Kritik zu zeigen an dem professionellen Dilettantismus der Regierung beim BER oder auch bei der unsinnigen Zwangsehe der BTU Cottbus mit der HS Lausitz und Besserung zu geloben, tut der hohe Herr wie ein früherer "hoher Herr" und ist ungehalten. Welche Arroganz der Macht! Die Brandenburger sollten solches Verhalten nicht vergessen.


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