Textstellen aus der "Titanic": Macher der Guttenberg-Satire haben sich "inspirieren" lassen

 

Vom "Plagiat des Plagiats des Plagiats" berichtet die "FAZ". Die Zeitung bringt am Donnerstag einen Nachtrag zur Guttenberg-Satire "Der Minister", die Sat.1 am Dienstag starke Quoten bescherte. Der Film verdanke sich dem Plagiatsfall des Politikers, sei aber selbst eine Collage, die riskant mit Zitaten umgehe.

Vom "Plagiat des Plagiats des Plagiats" berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Zeitung bringt am Donnerstag einen Nachtrag zur Guttenberg-Satire "Der Minister", die Sat.1 am Dienstag starke Quoten bescherte. Der Film verdanke sich dem Plagiatsfall des Politikers, sei aber selbst eine Collage, die riskant mit Zitaten umgehe, schreibt "FAZ"-Autor Michael Hanfeld.

So stammten Sätze des Drehbuchs aus der ersten Folge der britischen Satire "Yes, Minister". Und im "Text" finden sich laut Hanfeld weitere "erstaunliche Parallelen zu Vorlagen, die nicht nur bei einer Promotion mit Fußnoten zu versehen wären".

Er stützt sich dabei auf den Schriftsteller und ehemaligen Chefredakteur der "Titanic", Oliver Maria Schmitt. Dem seien schon im Trailer Pointen der Sat.1-Satire bekannt vorgekommen. Zum Beispiel die "ermüdenden Frontkämpfergeschichten", vor denen sich das Ministerpaar beim PR-Besuch in Afghanistan fürchtet, die "muslimistischen Kopfwindeljäger", vor denen man sich hüten muss, oder der Satz: "Ich möchte mir als Bürgerin, Frau und Mutter zweier entzückender Kinder und neuerdings auch Kinderschänderschreck selbst ein Bild von der Arbeit unserer Schutzstaffel machen." Schmitt hatte derlei Worte in dem Stück "Wüstentreff mit Guttensteph" ("Titanic", Ausgabe 2/2011) selbst gesetzt.

Die Drehbuch-Autorin von "Der Minister", Dorothee Schön, findet gegenüber der "FAZ" folgende Erklärung: "Das Ganze" sei "auch eine Mediencollage. Ich verneige mich vor der 'Titanic' und dem Spott, den sie über Guttenberg ausgegossen haben. Deren Qualität erkenne ich gerne an. Sie haben mich sicherlich genauso inspiriert wie die 'Bild'-Zeitung."

"Originalsatiriker Schmitt" will jetzt laut "FAZ" zwar nicht die Gerichte bemühen ("das machen nur Spießer und Versager"), eine Rechnung wolle aber vielleicht schon schicken.

Ihre Kommentare
Kopf

Heinz

14.03.2013
!

Nun, wenn's ganz korrekt zugehen soll: Kommen zukünftig N24-ähnliche Lauftexte mit Fußnoten in jedem Film? Grauenvolle Vorstellung. Vor allem die, dass ein Praktikant auf "alle entfernen" klickt... [Zur Vermeidung vonn Irrtümern: Das war Satire!]


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