Nach Akteneinsicht: MDR entlässt KiKa-Programmgeschäftsführer

 

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat sich mit sofortiger Wirkung vom Programmgeschäftsführer des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals (KiKa) getrennt. Das teilte MDR-Intendantin Karola Wille nach einer Sitzung des MDR-Verwaltungsrates mit. Der Kinderkanal wird von ARD und ZDF gemeinsam getragen, der MDR ist die federführende Rundfunkanstalt.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat sich mit sofortiger Wirkung vom Programmgeschäftsführer des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals (KiKA) getrennt. Das teilte MDR-Intendantin Karola Wille nach einer Sitzung des MDR-Verwaltungsrates mit. Der Kinderkanal wird von ARD und ZDF gemeinsam getragen, der MDR ist die federführende Rundfunkanstalt.

Bereits kurz vor Weihnachten 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Erfurt den MDR über die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen den KiKa-Programmgeschäftsführer informiert. Er wurde daraufhin im gegenseitigen Einvernehmen beurlaubt (kress.de vom 20. Dezember 2012).

Mitte Februar 2013 sei dem MDR schließlich die beantragte Akteneinsicht gewährt worden. "Die auf dieser Grundlage angestellten eigenen Ermittlungen des MDR konzentrierten sich auf monatliche Bargeld-Flüsse in den Jahren 2009 und 2010 zwischen dem ehemaligen und mittlerweile zu einer Haftstrafe verurteilten Herstellungsleiter des KiKa und einem Mitarbeiter", heißt es beim MDR.

Nach dem Stand der Ermittlungen habe das Bargeld aus überhöhten Rechnungen gestammt, die eine externe Firma an den KiKa gestellt habe. Der
Programmgeschäftsführer bestreite seine Beteiligung an diesen Vorgängen. Die arbeitsrechtliche Bewertung der Vorgänge führte jetzt nach MDR-Angaben "zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Programmgeschäftsführer."

Hintergrund: Im vergangenen August ist der frühere Herstellungsleiter des KiKa vom Landgericht Erfurt wegen Untreue und Bestechlichkeit zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden (kress.de vom 27. August 2012). Der einstige KiKa-Manager räumte dabei ein, den mitangeklagten Geschäftsführer einer Produktionsfirma zu Scheinrechnungen veranlasst zu haben, um mit dem Geld seine Spielsucht zu befriedigen.

Der ebenfalls geständige Geschäftspartner wurde wegen Beihilfe und Bestechung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der einstige Herstellungsleiter habe letztlich ein großes Spiel aufgezogen, bei dem er über Jahre die Spielfiguren setzte, wie er sie brauchte, sagte die Vorsitzende Richterin Sabine Rathemacher bei der Urteilsverkündung. Sie sprach von einem ausgeklügelten System und einem Netz der Korruption.

Die mangelnden Kontrollen des federführenden MDR hätten die kriminellen Machenschaften erheblich erleichtert. Die Kammer wünsche sich, dass der MDR künftig so intensiv kontrolliere, wie die GEZ Gebühren eintreibe, wurde Rathemacher deutlich. Sie verglich den Fall des spielsüchtigen Managers mit dem eines Alkoholikers, der als Barmann eingestellt wird und die alkoholischen Getränke kontrollieren soll.

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Kopf
Thomas Bauer

Thomas Bauer

TOM-Verlag
Verlagsleiter

14.03.2013
!

Ein Top-Thema für eine von der Realität inspirierte Satire… teamworx übernehmen Sie! Welcher Sender wird das finanzieren und bringen?…  Sat.1 um noch einmal Quote zu machen oder ein selbstironischer ARD-MDR?


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