BDZV hält das für "utopisch" und "völlig überzogen": ver.di fordert 5,5% mehr Geld für Tageszeitungsredakteure

 

Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di fordert für die rund 14.000 Redakteure von Tageszeitungen sowie für Freie und Pauschalisten 5,5% mehr Geld. Und auch Online-Journalisten sollen künftig nach den Redakteurs-Tarifverträgen  bezahlt werden.

Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di fordert für die rund 14.000 Redakteure von Tageszeitungen sowie für Freie und Pauschalisten 5,5% mehr Geld. Und auch Online-Journalisten sollen künftig nach den Redakteurs-Tarifverträgen  bezahlt werden.

"Gute Leute verdienen eine gute Bezahlung. Das gilt einmal mehr für eine Branche, die den Beschäftigten immer mehr abverlangt. Sie erbringen eine hohe journalistische Leistung und liefern den Zeitungsleserinnen und -lesern täglich neben aktuellen Informationen wertvolle Analysen des Zeitgeschehens und zwar mittlerweile rund um die Uhr und auf allen Vertriebswegen", erklärte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

"Zeitungsmacher haben Arbeit der Journalisten im Netz verschenkt"

Diese anspruchsvolle Tätigkeit müsse angemessen vergütet werden. In den vergangen zehn Jahren hätten sich die Einkommen nur unterdurchschnittlich entwickelt, während die Anforderungen kontinuierlich gestiegen seien: "Es ist nicht die Schuld der Zeitungsmacher, dass die Zeitungsverleger in den vergangenen Jahren notwendige Investitionen in paid-content-Modelle nicht getätigt und die Arbeit der Journalisten im Netz verschenkt haben", machte Werneke deutlich.

Die gesamtwirtschaftliche Lage und die der meisten Zeitungsunternehmen sei positiv, so dass effektive Gehaltserhöhungen, die Inflation und Produktivitätsfortschritte abbilden, angebracht seien: "Da ist ein spürbares Plus drin", unterstrich Werneke.

Die dju setzt auf ein "frühzeitiges Verhandlungsergebnis zu Tariferhöhungen im Sommer" und lehnt eine "mögliche Verkopplung der Verhandlungen mit anderen Tarifvertragsinhalten" ab. Angestrebt werde ein Flächentarifabschluss, der sich als solcher erweise und keine Aufweichungen vorsehe: "Die dju-Tarifkommission hat sich auch klar gegen Vereinbarungen ausgesprochen, die die Gehälter künftiger Berufseinsteiger verschlechtern. Der Kampf um gute Köpfe in Zeitungsredaktionen hat begonnen und kann nur mit konkurrenzfähigen Einkommens- und Arbeitsbedingungen gewonnen werden. Das muss schon in einer verbesserten Ausbildung beginnen", forderte Werneke.

BDZV erinnert an "schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen"

Georg Wallraf, Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), bezeichnet indes die ver.di-Forderungen nach 5,5%  mehr Gehalt für Redakteure von Tageszeitungen als "völlig überzogen". Wallraf macht deutlich, dass nur dann Aussicht auf Erfolg bestehe, "wenn in dem neuen Tarifwerk sowohl die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Zeitungsunternehmen als auch die regional sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen in Deutschland berücksichtigt würden. Utopische Gehaltsforderungen zählen nicht dazu."

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber erklärte, dass es Aufgabe von Tarifverträgen sei, Mindestarbeitsbedingungen zu sichern. "Dieses Ziel muss künftig im Vordergrund stehen." Obendrein bilde das bestehende Tarifwerk, das "von zu vielen Automatismen begleitet werde und das Prinzip Leistung außer Acht" lasse, die Realität in den Redaktionen immer weniger ab und müsse dringend den veränderten Arbeitsbedingungen angepasst werden.

Nur dann, so Wallraf, sei es möglich, "zukunftssichernde Bedingungen zu schaffen für eine Branche, die sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess befindet".

Für die Sicherung von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Neustrukturierung der Medienunternehmen trügen "Verleger und Gewerkschaften gemeinsam Verantwortung", stellte Wallraf fest. "Die Tarifforderungen von ver.di ignorieren hingegen die wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen und gefährden damit den Flächentarifvertrag nachhaltig."

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig, PFDE Dresden

15.03.2013
!

Wieder mal Kopfschütteln über die Gewerkschaften und insbesondere ver.di -
Handelsschule - 1.Jahr: Löhne u. Gehälter sind wesentliche Bestandteile einer
Preiskalkulation. Steigen die Kosten - steigt der Preis des Produktes. Will man aber den Preis halten und die Kundschaft nicht verlieren, muss eingespart werden.
Entlassungen drohen. Seit Jahrzehnten drehen die Gewerkschaften an den
Kostenschrauben. Viel einfacher: Das Modell von "Die Neuen" PFDE. Boni für alle
durch Gewinnbeteiliung.


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