ProSiebenSat.1-Informationsdirektor: Peter Limbourg wird Intendant der Deutschen Welle

 

Jetzt ist es offiziell: Peter Limbourg (Foto), 52, ist ab Herbst neuer Intendant der Deutschen Welle. 14 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen - der 17-köpfige Rundfunkrat hat den derzeitigen Informationsdirektor von ProSiebenSat.1 TV Deutschland zum Nachfolger von Erik Bettermann gewählt.

Jetzt ist es offiziell: Peter Limbourg (Foto), 52, ist ab Herbst neuer Intendant der Deutschen Welle. Das gab der Vorsitzende des Rundfunkrates, Valentin Schmidt, nach der Sitzung des Aufsichtsgremiums in Berlin bekannt. 14 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen - der 17-köpfige Rundfunkrat hat den derzeitigen Informationsdirektor von ProSiebenSat.1 TV Deutschland auf Vorschlag einer Findungskommission im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Erik Bettermann, 68, gewählt.

Bettermanns Amtszeit endet am 30. September. Er steht seit 2001 an der Spitze des deutschen Auslandssenders.

Limbourgs Ziele

"In den kommenden Jahren maßgeblich daran mitzuwirken, wie unser Land in der Welt wahrgenommen wird, ist eine Herausforderung, der ich mich mit aller Kraft widmen werde", so Limbourg. "Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich das journalistische Profil, die Sprachenvielfalt und Multimedialität des Senders weiterentwickeln. Die Zusammenarbeit mit ARD-Landesrundfunkanstalten und dem ZDF zu intensivieren, ist ein weiteres Ziel, das ich mir gesetzt habe."

Limbourg begann seine Karriere als Reporter in der DDR mit Sitz in Leipzig. Danach  war er seit 1990 als Europa- und Nato-Korrespondent für die DFA und Sat.1 in Brüssel tätig. 1996 übernahm er das Bonner Büro von ProSieben, 1999 wurde er zum Co-Chefredakteur von N24 und Politikchef von ProSieben berufen, 2001 zusätzlich auch von Sat.1. Später arbeitete Limbourg als Geschäftsführer von Pool TV, einem Gemeinschaftsunternehmen der Privatsender in Berlin. Zwischen 2008 und 2010 verantwortete er als alleiniger Chefredakteur das Programm von N24.

Seit 2008 ist er Hauptmoderator der Sat.1-Nachrichten, seit 2010 Informationsdirektor von ProSiebenSat.1 TV Deutschland (Senior Vice President News & Political Information). Außerdem ist Limbourg Vorsitzender der Jury des Medienpreises des Deutschen Bundestages, Jurymitglied des Axel Springer Preises für junge Journalisten, Berater in der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied in der Diözesanleitung der Malteser.

DJV erwartet, dass Limbourg das Profil der DW schärft

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erwartet vom neuen Intendanten der Deutschen Welle, "dass er das öffentlich-rechtliche Profil des deutschen Auslandssenders schärft und die Programmangebote stärkt". Das erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken am Freitag anlässlich der Wahl Limbourgs. Es sei positiv, dass mit dem ProSiebenSat.1-Mann Limbourg ein Journalist an der Spitze des deutschen Auslandsrundfunks stehen werde, sagte Konken.

Der neue Intendant müsse die Programmqualität und die Sprachenvielfalt des Senders stärken. "Die Programmangebote – auch in deutscher Sprache – müssen finanziell und personell angemessen ausgestattet werden. Die schleichende Auszehrung der Deutschen Welle seit mehr als zehn Jahren muss ein Ende haben", forderte Konken. "Gerade in unserer globalisierten Welt braucht Deutschland einen schlagkräftigen und kompetenten Auslandssender mit einer regionalen Expertise."

Die Deutsche Welle benötige aus Sicht des DJV klare Strukturen. Organisatorische Fehlentwicklungen der Vergangenheit müssten korrigiert werden. Dem journalistischen Auftrag des Senders sei Vorrang einzuräumen. Dazu müssten die Arbeitsplätze freier und fest angestellter Mitarbeiter erhalten bleiben.

Der deutsche Auslandsrundfunk hat seine Standorte in Bonn und Berlin. Insgesamt beschäftigt er rund 3.000 feste und freie Mitarbeiter, die Fernseh-, Radio- und Internetangebote in 30 Sprachen produzieren.

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