"Das war nicht die feine Art": Bellut kritisiert Pilawa und die Privatsender

25.03.2013
 

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat unmittelbar vor Ausstrahlung der Gala-Show zum 50. Geburtstag des Senders den zur ARD wechselnden Moderator Jörg Pilawa kritisiert. Im Interview mit der "Allgemeinen Zeitung" in Mainz sagte Bellut, er sei über den Weggang Pilawas "zu diesem Zeitpunkt schon befremdet. Das war nicht die feine Art."

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat unmittelbar vor Ausstrahlung der Gala-Show zum 50. Geburtstag des Senders den zur ARD wechselnden Moderator Jörg Pilawa kritisiert. Im Interview mit der "Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe) in Mainz sagte Bellut, er sei über den Weggang Pilawas "zu diesem Zeitpunkt schon befremdet. Das war nicht die feine Art."

Die beiden ZDF-Jubiläumsshows werden am Gründonnerstag, 28. März, und Karsamstag, 30. März 2013, jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Pilawa war als Moderator vorgesehen. An seine Stelle tritt nun aber Maybrit Illner. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler begründete Anfang März die Entscheidung so: "Es wäre eigenartig, wenn ein Moderator,der gerade seinen Abschied vom ZDF angekündigt hat, diese Jubiläumssendungen präsentieren würde." Der Vorschlag, darauf zu verzichten, sei von Jörg Pilawa selbst gekommen.

Bellut sagte nun der "AZ", dass es im Show-Segment des ZDF personellen Zuwachs geben werden, Details seien noch nicht entschieden. Bellut dementierte, dass es Gespräche mit Oliver Pocher gebe. Zu Thomas Gottschalk und Johannes B. Kerner, die beide den Sender verlassen haben, habe er "ein gutes Verhältnis, unabhängig davon, "welche Zerrüttungen es vielleicht in der Vergangenheit gab", so Bellut.

Zum Verhältnis der öffentlich-rechtlichen Sender zur privaten Konkurrenz sagte Bellut: "Privatfernsehen will Geld verdienen, hat kaum noch publizistischen Ehrgeiz, die Öffentlich-Rechtlichen sind für die hochwertige Ware zuständig."

Den von Kritikern als zu teuer empfundenen Einkauf der Fußball-Champions League durch das ZDF für angeblich 54 Millionen Euro pro Saison verteidigte Bellut und kündigte an, die Rechte ab der Saison 2015 erneut kaufen zu wollen: "Ich möchte die Champions League weiter im Programm haben." Die Champions League habe beim ZDF 30 Prozent mehr Zuschauer als sie bei Sat.1 hatte, "es hat sich enorm gelohnt", so Bellut.

Ihre Kommentare
Kopf

fernabderwelt

26.03.2013
!

Einmal gewählt, herrschen Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten nahezu absolutistisch. Über die fast 8 Milliarden Einnahmen aus der Haushaltsabgabe ebenso wie über die Ausgaben für überschätzte fernsehgemachte "Promis". Pilawa, Beckmann, Lanz etc. Dafür sind einige Millionen Euro immer freizumachen Ebenso für Fußballrechte. Eigenen journalistischen Nachwuchs zu fördern - nahezu Fehlanzeige. Und in den sogenannten "Aufsichtsgremien" sitzen seit Jahren immer dieselben Leute.


Tim Schulte-Bernd

26.03.2013
!

"...die ÖR sind für die hochwertige Ware zuständig."
Die "hochwertige Ware" ist im Gros des Programms meiner Meinung nach verschwindend gering.
Es wird sich um den Verstand gekocht, getalkt und "geSOKOt"
Dazwischen sind sie dann doch, die Perlen journalistischer Arbeit, qualitativen Fernsehens, besagte hochwertige Ware - versendet zu den unmöglichsten Zeiten oder auf den kaum beachteten Digitalsparten. Halten Sie endlich Wort und zeigen Sie die hochwertige Ware dem großen Publikum.


Lars

26.03.2013
!

Wie hoch das Niveau des ÖR Fernsehen in Deutschland tatsächlich und objektiv betrachtet ist, erkennt man erst, wenn man längere Zeit im Ausland gewesen, und das dortige TV tagtäglich unter Alltagsbedingungen sehen konnte. Selbst in den hier im Forum stets viel gepriesen "Wunderländern höchster TV-Qualiät" (US & UK) kehrt dann beim Gastzuschauer aus Deutschland schnell Ernüchterung ein. Ich sag nur: Wiederholungsschleifen in UK und Perlensuchen in den US. Daheim ist der Prophet eben nichts wert.


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