Wirbel um Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter": ZDF wehrt sich gegen Vorwürfe aus Polen

28.03.2013
 

Das ZDF hat Vorwürfe des polnischen Botschafters wegen der Darstellung der Polen und polnischen Widerstandskämpfer im Weltkriegsdrama "Unsere Mütter, unsere Väter" zurückgewiesen. Auf Anfrage von AFP erklärte das ZDF, dass man es sehr bedauere, wenn die Darstellung der polnischen Figuren "als ungerecht und verletzend empfunden wird". 

Das ZDF hat Vorwürfe des polnischen Botschafters wegen der Darstellung der Polen und polnischen Widerstandskämpfer im Weltkriegsdrama "Unsere Mütter, unsere Väter" zurückgewiesen. Auf Anfrage von AFP erklärte das ZDF, dass man es sehr bedauere, wenn die Darstellung der polnischen Figuren "als ungerecht und verletzend empfunden wird". "In keiner Weise sollten historische Tatsachen oder gar die Verantwortung der Deutschen relativiert werden."

Jerzy Marganski, polnischer Botschafter in Berlin, hatte zuvor scharfe Kritik an der Koproduktion von ZDF und teamWorx geübt und erklärt, er sei ebenso wie viele seiner Landsleute "bestürzt" über das darin vermittelte Bild der Polen und des polnischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Polen und Partisanen der "Heimatarmee" (AK) würden als Antisemiten dargestellt, die sich kaum von den deutschen Nazis unterscheiden", erklärte Marganski in einem Schreiben an das ZDF.

Das ZDF wies den Vorwurf eines zu einseitigen Bildes zurück und verwies auf die Beteiligung namhafter Fachhistoriker. Es sei großer Wert "auf eine differenzierte Darstellung aller Figuren" gelegt worden. Dies betreffe auch die Menschen, denen der flüchtige deutsche Jude Viktor in Polen begegne, etwa eine Polin, die ihn schützt, oder den Sohn eines polnischen Bauern, der die beiden vor der Entdeckung durch die Deutschen rettet. Auch der Anführer der Partisanen verhelfe Viktor letztlich zur Flucht.

Großer Programmerfolg für das ZDF - auch beim jungen Publikum

Mit dem dreiteiligen Fernsehfilm "Unsere Mütter, unsere Väter" landete das ZDF einen der Aufsehen erregendsten Programmerfolge der vergangenen Jahre. Die ersten beiden Teilen erreichten 7,22 Mio Zuschauer (20,1% MA) bzw. 6,57 Mio (19,5% MA), den dritten Teil sahen durchschnittlich 7,63 Mio Zuschauer (24,3% MA). 

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler: "'Unsere Mütter, unsere Väter' hat eine generationenübergreifende Debatte über das dunkelste Kapitel deutscher Zeitgeschichte und einen damit gerade für die jüngeren Zuschauer essentiellen Dialog angestoßen. Die Filme haben inhaltlich wie auch in ihrer Formsprache neue Maßstäbe auf dem deutschen Fernsehmarkt gesetzt, die auf lange Zeit Bestand haben werden."

Besonders erfreulich, so Heike Hempel, Hauptredaktionsleiterin Fernsehfilm/Serie II, sei die Tatsache, dass der Dreiteiler auch auf großen Zuspruch beim jüngeren Publikum gestoßen sei: "Die Resonanz auf diesen Dreiteiler zeigt, dass wir es geschafft haben, das Thema Zweiter Weltkrieg gerade für die Jüngeren neu zu setzen. Die rege Beteiligung an unseren Chats, die wir parallel zur Sendung angeboten haben, ist beredtes Zeugnis davon. Mit dem begleitenden Motion Comic im Internet und als App für Smartphones und Tablets haben wir außerdem diesen Zuschauern einen besonderen und zeitgemäßen Zugang zu dem Thema geboten."

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