US-Modelle als Vorbild für Deutschland: Wie Stiftungen Innovationen im Journalismus fördern

 

In den USA ist es längst gang und gäbe, dass Journalismus durch Stiftungen finanziert wird. Bestes Beispiel ist die Plattform Pro Publica, die seit 2008 mit jährlich 10 Mio Dollar aus der Stiftung des Sandler-Ehepaars sowie aus privaten Spenden unterstützt wird und den investigativen Journalismus fördert.

In den USA ist es längst gang und gäbe, dass Journalismus durch Stiftungen finanziert wird. Bestes Beispiel ist die Plattform Pro Publica, die seit 2008 mit jährlich 10 Mio Dollar aus der Stiftung Ehepaars Marion und Herbert Sandler sowie aus privaten Spenden unterstützt wird und den investigativen Journalismus fördert.

Zu den amerikanischen Stiftungen, die sich vorrangig um den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Qualitätsjournalismus bemühen, gehören die Ford Stiftung, die McCormick Stiftung und vor allem die Knight Stiftung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1950 mehr als eine halbe Mrd Dollar Fördergelder in den Journalismus investiert hat.

Kaum Förderung in Deutschland

Von solchen Bedingungen für gesellschaftlich relevanten Journalismus außerhalb des üppig finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems und  der zahlreichen Journalismuspreise können unabhängige Medienmacher in Deutschland bislang nur träumen. Nur wenige Organisationen wie die Fazit-Stiftung, die Otto-Brenner-Stiftung und die Rudolf-Augstein-Stiftung bezuschussen ausdrücklich auch neuartige Ansätze im Journalismus, die in kein herkömmliches Vergaberaster passen. 

Beispielsweise wird das Debattenportal Vocer von Stiftungen gefördert. In dessen Rahmen werden Nachwuchsjournalisten, die sich mit Innovationen befassen wollen, mit Stipendien unterstützt. Vocer-Gründer Stephan Weichert befürwortet einen deutschen "dritten Weg", der auf breiterer Basis mit öffentlichen Mitteln Qualitätsjournalismus fördern soll. Der Medienstaatssekretär aus Nordrhein-Westfalen, Marc Jan Eumann, will hingegen mit einem Etat von 1,6 Mio Euro pro Jahr eine Journalismusstiftung gründen, die u.a. die Weiterbildung von Lokaljournalisten bezahlen soll.

Ob das US-Modell auch für Deutschland taugt, warum laut Weichert ein Stiftungsmodell eine stimulierende Funktion für journalistische Nischen haben kann und wieso Eumanns Vorhaben kritisch betrachtet wird, hat unsere Autorin Ulrike Langer im neuen kressreport 07/13 aufgeschrieben.

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