Expertin für die CEO-Medienpräsenz rät: "Kai Diekmann muss aus dem Rahmen fallen"

 

"Wenn der Chef nicht zu sehen ist, dann ist das Vertrauenskapital in Gefahr", sagt Susanne Mueller-Zantop von der CEO Positions AG in Zürich im Gespräch mit kress.de. Die ausgewiesene Expertin für Anzugträger-Kommunikation untersucht die Fehler führender Wirtschaftslenker, die sich im Bewegtbild oder vor Publikum präsentieren. Gerade in Krisenzeit ist es wichtig, wenn der CEO Präsenz zeigt. 

"Wenn der Chef nicht zu sehen ist, dann ist das Vertrauenskapital in Gefahr", sagt Susanne Mueller-Zantop von der CEO Positions AG in Zürich im Gespräch mit kress.de. Die ausgewiesene Expertin für Anzugträger-Kommunikation untersucht die Fehler führender Wirtschaftslenker, die sich im Bewegtbild oder vor Publikum präsentieren. Gerade in Krisenzeit ist es wichtig, wenn der CEO Präsenz zeigt. 

"Man muss sich dem Gekanntsein aussetzen", sagt Mueller-Zantop, die mit ihrer Strategieagentur bereits für Chef-Kunden wie IBW, Gartner, Siemens und Adecco im Einsatz war. Erfolgreiche Unternehmen müssten ihre Führung als eigene Sub-Marke aufbauen, auch wenn das einigen CEOs nicht immer leicht fällt. "Das ist in Zeiten der Krise besonders wichtig." 

Wenn es den Firmenlenkern gelingt, sich gewandt vor den Augen der Öffentlichkeit zu bewegen, profitiert davon Mueller-Zantop zufolge das Gesamtunternehmen. In guten Zeiten fällt die Image-Arbeit leicht - "in schlechten kann man davon zehren." Außerdem wirkt ein telegener Chef auch nach innen: "Studien zeigen, dass üblicherweise nur 25% der Mitarbeiter die Firmenstrategie kennen", sagt sie. 

Welcher Chef hat den Schauspieler-Oscar verdient?

In einer Untersuchung, die sie auf den diesjährigen Audiovisual Media Days in München vorstellen wird, präsentiert sie wie bei einer Oscar-Verleihung die Auswertung des Bewegtbild-Auftritts mit Chef aus 100 Spitzenunternehmen. Man darf sich also auf Auszeichnungen zum "Best Actor" oder zum "Best Stage Design" freuen. 

Die Realität sieht auch in Konzernen mit großem PR-Apparat oft ziemlich trist aus. "Typischerweise stehen die CEOs mit dem Rücken zur Wand", sagt Mueller-Zantop, die eine professionelle Abscheu gegenüber "Karo-Hemden", die entsprechenden "üblen Krawatten" und stereotype graue Zimmerpalmen hegt. Ernüchterndstes Fazit ihrer Studie: "Die meisten CEOs schauen sich ihre Videos gar nicht an", sagt sie. "Die direkte Konfrontation mit denen eigenen Fehlern fällt oft schwer." 

Medien-Unternehmer sind selten Medien-Profis

Laut ihrer Statistik werden die professionellsten Firmenvorsteher-Filme in der Pharma- und Chemie-Industrie gedreht, gefolgt von der Essens- und Getränkeindustrie, die um ein makelloses, skandalfreies Image besonders bemüht ist. Medien-Unternehmer sind dagegen keineswegs Medien-Profis. Im Mueller-Zantop-Ranking stehen sie unter zehn Untersuchungsbranchen an zweitschlechtester Stelle. 

Diekmann: "Für meinen Geschmack etwas zu viel"

Was die PR-Talente von Branchen-Selbstdarstellern wie Kai Diekmann angeht, fällt Mueller-Zantop ein mildes Urteil. "Ein ,Bild'-Chefredakteur muss per Definition irgendwie aus dem Rahmen fallen", sagt Susanne Mueller-Zantop, fügt aber an: "Für meinen Geschmack ist das, was er macht, etwas zu viel." Die PR-Expertin schreibt auch eine "Welt"-Kolumne. 

kress.de-Leser, die bereits ein Ticket für die Audiovisual Media Days haben, können sich per Mail an info(at)medientage.de für ein Privat-Coaching im Anschluss an den Vortrag anmelden. Die ersten fünf Bewerber haben die Möglichkeit, die Methoden der Markenführung mit Bewegtbild im Unternehmen selbst zu erproben.

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