Für seine Verdienste um die Pressefreiheit : René Wappler bekommt den Henri Nannen Preis

 

René Wappler wird mit dem Henri Nannen Preis 2013 für seinen besonderen Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet. Wappler arbeitet bei der "Lausitzer Rundschau" in der Lokalredaktion in Spremberg, Brandenburg.

René Wappler wird mit dem Henri Nannen Preis 2013 für seinen besonderen Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet. Wappler arbeitet bei der "Lausitzer Rundschau" in der Lokalredaktion in Spremberg, Brandenburg.

Im April vergangenen Jahres berichtete er über einen Aufmarsch von vermummten Jung-Nazis vor dem Bismarck-Denkmal in Spremberg. Kurz
danach wurde die Redaktion in Spremberg mit rechtsradikalen Parolen besprüht, das Fenster zur Straße mit Blut beschmiert und Innereien eines Schweins hingen am Redaktionsschild.

Wappler berichtete weiter über die rechten Szene in seiner Heimat, trotz erneuter Einschüchterungsversuche. Sein Chefredakteur, Johannes M. Fischer, bot Wappler zum Schutz eine Versetzung in eine andere Lokalredaktion an, aber Wappler lehnte ab. Das brandenburgische Innenministerium bescheinigt der "Lausitzer Rundschau" einen aufmerksamen und für die Rechten unbequemen Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus.

"Verstöße gegen die Pressefreiheit finden nicht nur in anderen Ländern und in den Problemgebieten unserer Welt statt", sagt (noch)-"stern"-Chefredakteur Andreas Petzold. "Die Pressefreiheit wird in unserem eigenen Land bedroht, von einzelnen oder auch von Gruppierungen." Wappler habe sich von den "Lügenpresse, halt die Fresse"-Parolen an der Mauer seiner Redaktion nicht einschüchtern lassen. Sondern er habe persönliche Bedrohungen in Kauf genommen, um die Freiheit der Presse mit seinen Berichten zu verteidigen und über die rechtsextreme Szene in seiner Heimatregion zu schreiben.

Gruner + Jahr und der "stern" vergeben den "Henri" in diesem Jahr zum neunten Mal. Neben dem herausragenden Einsatz für die Pressefreiheit und einem publizistischen Lebenswerk werden die besten journalistischen Arbeiten ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Um den "Henri 2013" bewarben sich Journalisten mit 802 Arbeiten. Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

Die von Joerg Thadeusz und Linda Zervakis moderierte Preisverleihung findet am 26. April in Hamburg statt. Sie wird ab 19:30 Uhr per Livestream auf "stern.de" übertragen.

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