TV-Wirkungstag feiert Jubiläum mit Teilnehmerrekord: Gerhard Zeiler ruft zu mehr Risikobereitschaft auf

 

"Wir brauchen eine Industriekultur, die auf Risikobereitschaft und Innovation aufgebaut ist", forderte Gerhard Zeiler auf dem zehnten TV-Wirkungstag in Düsseldorf. Nicht nur im deutschen TV-Markt sieht der Chef von Turner Broadcasting International hier großen Nachholbedarf. Er rief die Sender dazu auf, deutlich mehr ins Programm zu investieren und ihre Marken besser zu pflegen.

"Wir brauchen eine Industriekultur, die auf Risikobereitschaft und Innovation aufgebaut ist", forderte Gerhard Zeiler auf dem zehnten TV-Wirkungstag in Düsseldorf. Nicht nur im deutschen TV-Markt sieht der Chef von Turner Broadcasting International hier großen Nachholbedarf. In seiner Keynote, die er selbst als "Plädoyer des Optimismus" bezeichnete, rief er die Sender dazu auf, deutlich mehr ins Programm zu investieren und ihre Marken besser zu pflegen.

"Der Wert der Sendermarken wird sträflich unterschätzt", so Zeiler, der selbstkritisch zugab, dieses Thema in seiner Zeit als RTL-Geschäftsführer vernachlässigt zu haben. Anders als RTL sei Vox ein Positiv-Beispiel in Sachen Markenführung, das mit der roten Kugel und dem Faktor Qualität ein klares Bild aufgebaut habe. "Noch heute bin ich mir sicher: Wäre 'Big Brother' damals nicht bei RTL II, sondern bei Vox gestartet, hätte es an Stelle von Schmähungen den Grimme-Preis bekommen", so Zeiler.

Wachstum des TV-Werbemarktanteils

Dem deutschen Markt prophezeite der Turner-Manager für die nächsten fünf Jahre deutliches Wachstum bei zwei Kennziffern, die bislang im internationalen Vergleich zurückliegen: Der Werbemarktanteil der Gattung TV werde seine gegenwärtigen 22% verbessern, und fürs Pay-TV sei eine Mindestverbreitung von 30% aller TV-Haushalte zu erwarten. Gegenüber dem Status quo wäre das mehr als eine Verdopplung.

Die neun TV-Vermarkter, die sich zur Gattungsinitiative Wirkstoff TV zusammengeschlossen und in Düsseldorf Ex-IP-Chef Martin Krapf als ihren neuen Geschäftsführer vorgestellt haben, konnten sich zum Jubiläum des Wirkungstags über einen neuen Teilnehmerrekord freuen: Rund 1.400 Besucher haben sie auf der Veranstaltung gezählt.

Kritische Töne mussten sie sich von Manfred Kluge, Chef der Omnicom Media Group Germany, anhören: "Backen Sie kleine Inflations-Brötchen!", forderte der Media-Stratege. "Auf Kundenseite geht es nicht allen so rosig wie der Gattung TV." Zudem plädierte auch er für mehr Investitionen in Programmqualität. Sein schlagendes Argument: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei der Anteil von Real-Life-Formaten bei den Top-6-Privatsendern zwischen 9 und 20 Uhr von 15% auf 43% gestiegen. Gleichzeitig sei der Marktanteilsindex von 100 im Jahr 2003 auf heute 65 eingeschmolzen.

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