Zeitungsverleger sehen "Arbeitsplätze gefährdet": "Gehalts-Forderungen des DJV sind verantwortungslos"

23.04.2013
 

Der Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Georg Wallraf, hat die Forderungen des Deutschen Journalisten-Verbands nach sechs Prozent mehr Gehalt für Redakteure an Tageszeitungen  als "verantwortungslos" bezeichnet.

Der Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Georg Wallraf, hat die Forderungen des Deutschen Journalisten-Verbands nach sechs Prozent mehr Gehalt für Redakteure an Tageszeitungen  als "verantwortungslos" bezeichnet. Anlässlich der Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses des BDZV am Dienstag in Berlin machte Wallraf deutlich, dass bei einer Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen Arbeitsplätze in den Redaktionen ernsthaft gefährdet würden.

Die Branche befinde sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen "gibt es für das Personalkostenbudget der Verlage keinen Spielraum", warnte der Verhandlungsführer. Verleger und Gewerkschaften trügen gemeinsam Verantwortung für die Sicherung von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Neustrukturierung der Medienunternehmen. Die kommenden Verhandlungen über einen neuen Gehalts- und einen Manteltarifvertrag an Tageszeitungen hätten nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn dies in dem neuen Tarifwerk ebenso berücksichtigt werde wie auch die regional sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen in Deutschland. "Völlig überzogene Gehaltsforderungen zählen nicht dazu."

Wallraf erklärte, dass es Aufgabe von Tarifverträgen sei, Mindestarbeitsbedingungen zu sichern. Dieses Ziel müsse künftig im Vordergrund stehen. "Das vorhandene Tarifwerk wird von zu vielen Automatismen begleitet und lässt das Prinzip Leistung außer Acht", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber. "Es bildet die Realität in den Redaktionen immer weniger ab und muss dringend den veränderten Arbeitsbedingungen angepasst werden."

Ihre Kommentare
Kopf

AKS

23.04.2013
!

Welches Problem hat der BDZV eigentlich? Sechs Prozent sind doch lächerlich für diesen Verein! Seine Mitglieder sparen doch längst auf andere Weise: Indem sie überhaupt IMMER WENIGER reguläre Redakteure EINSTELLEN! Stattdessen wird vor allem bei Lokalzeitungen mit Freien, Pauschalisten und inzwischen auch mit Leiharbeitern gearbeitet, welche ohne Tarifbindung bei irgendwelchen Unterfirmen angestellt sind. Aber Hauptsache, die eigene Profitmarge stimmt...


Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

23.04.2013
!

Ich wäre sofort dafür, die Tarife sogar um 6% zu senken, wenn genügend neue Redakteursstellen geschaffen würden, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern (sorgfältigere Arbeit). Solange aber die Arbeit vieler auf wenige Kollegen verdichtet wird, sollen diese wenigstens ein anständiges Schmerzensgeld dafür bekommen, dass sie sich für diese Sparblätter anschauen lassen müssen.
Einem Wallraf nehme ich auch nicht ab, dass er beim "Prinzip Leistung" an die Guten denkt und ihnen mehr zahlen will.


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